Thema Waldheim: Stadtrat verlässt genervt die Sitzung in Neulingen

Schlicke: „Wir haben es anders vereinbart“

Das ehemalige „Waldheim“ wird ab sofort auf der Internetseite der Stadt Arendsee angeboten. Foto: Archiv / AZ
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Das ehemalige „Waldheim“ wird ab sofort auf der Internetseite der Stadt Arendsee angeboten.

gü Arendsee. Die Stadtratssitzung in Neulingen war gerade zehn Minuten alt, da packte Stadtrat Thomas Schlicke seine Sachen. Er machte Feierabend. Warum, das erläuterte er gestern der AZ.

„Die Ausschreibung des ,Waldheimes’ sollte entsprechend einer Absprache der Fraktionsvorsitzenden anders erfolgen als nun geschehen“, so Schlicke. 

Es sollte ein Exposee erarbeitet werden, auf Grund eines Investors sollte es nach einem Jahr neue Überlegungen dazu geben. „Wir wollten doch das Grundstück nicht verramschen“, sagte Schlicke. Eine Ausschreibung auf der Arendseer Internetseite sei für ihn nutzlos. „Da schaut keiner hin, keiner, der Großes vorhat“, so der Stadtrat, der sich für eine Ausschreibung in einschlägigen Immobilienzeitschriften aussprach. Und sich am Montag ärgerte, dass einige von der Absprache nichts mehr wissen wollten.

Schlicke wehrte sich gestern dagegen, die Linke, deren Fraktion er angehört, wolle Millionen erlösen. „Es geht nicht um Millionen, es geht um ein schlüssiges Konzept, das nachhaltig ist“, so Schlicke. Er wehre sich gegen Investoren, die die Anlage platt machen und dann Bungalows errichten.

Was Schlicke nicht mehr wissen konnte, weil er die Sitzung verlies, war die Tatsache, dass sich der Stadtrat darauf einigte, den Zuschlag nicht allein an den zu vergeben, der bis zum 31. Dezember, der Ablauffrist, das höchste Gebot abgibt. Sondern dem das Grundstück überlässt, der mit einem guten Konzept auftritt und in der Lage ist, spätestens drei Jahre nach dem Kauf abzureißen und mit der Umsetzung seiner Ideen zu beginnen. Außerdem gehe es um die Sicherheit. „Die Stadt kann diesen Zustand nicht dulden. Es gibt kein Geld, einen Zaun zu ziehen“, so Bürgermeister Norman Klebe. Deshalb soll verkauft werden. Nun soll alles ganz schnell gehen. „Und die Intessenten sollen schnell Gewissheit bekommen“, so Reichardt.

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