Sozialausschuss will mit neuem Leiter den Neuanfang wagen

Schlicke knickt ein: Jugendclub bleibt

Der Jugendklub an der Osterburger Straße in Arendsee wird weiter betrieben. Darauf verständigte sich der Sozialausschuss am Montag. Alle Hoffnungen konzentrieren sich auf einen neuen Klubleiter, der gefunden scheint.
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Der Jugendklub an der Osterburger Straße in Arendsee wird weiter betrieben. Darauf verständigte sich der Sozialausschuss am Montag. Alle Hoffnungen konzentrieren sich auf einen neuen Klubleiter, der gefunden scheint.

Arendsee. Die Fronten scheinen verhärtet. Thomas Schlicke, Stadtrat und Vorsitzender des Sozialausschusses, wollte die Jugendarbeit in Arendsee in Form des Jugendclubs beenden.

„Wir haben derzeit keinen Leiter, die beiden Bürgerarbeiterinnen stehen allein da und Kinder und Jugendliche haben wir kaum gesehen“, so Schlicke während der Sozialausschusssitzung am Montagabend in Arendsee. Außerdem erhob er massive Kritik am bisherigen Klubleiter Uli Kirsch und forderte wiederholt, das Geld, „das im Jugendklub versinkt“, in die Vereine, vor allem in den Sport, zu stecken.

Bürgermeister Norman Klebe konterte. Er beschrieb die teils schwierigen, aber „dennoch erfolgreichen“ Vorhaben, die unter Uli Kirsch realisiert wurden. Konzerte, Teilnahme am Bootskorso, Bau eines Floßes – all das sieht Klebe als Grundlage fürs Weitermachen. „Wir bekommen vielleicht bald einen neuen Leiter, dann wird wieder Normalität einziehen“, so Klebe. Mit dem Domizil an der Osterburger Straße sei Ruhe eingezogen. Die Zeit, in der der Klub immer wieder umziehen musste, sei vorbei. Und weil die Stadt für den Leiter keinen Cent ausgeben müsse – er wird über eine Förderung bezahlt – sei es ein falsches Zeichen, den Klub zu schließen. „Wir haben gekämpft, den Kreisjugendausschuss überzeugt und dann schmeißen wir hin, das geht nicht. Andere würden sich freuen“, so Klebe. Doch Schlicke konterte, für den Jugendklub seien nicht nur bescheidene Mittel da, für die vielen Vereine, auch Sportvereine, gebe es keine Gelder. Klebe daraufhin: „Das ist nichts Neues, wir befinden uns ja seit 1995 in der Konsolidierung.“ Pit Krüger, sachkundiger Bürger des Sozialausschusses, warnte vor den Folgen einer Klubaufgabe. „Wer so etwas aufgibt, bekommt es nicht wieder“, sagte er.

Die von Schlicke gewünschte Abstimmung im Ausschuss fiel aus. Es zeigte sich, dass sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder für den Weiterbetrieb des Klubs ausspricht. Die Chance mit einem neuen Leiter soll genutzt werden. Die Sachkosten pro Jahr belaufen sich auf rund 6 000 Euro, erklärte Hauptamtsleiter Andreas Koch. Schlicke abschließend: „Für mich ist das Thema beendet.“

Von Harry Güssefeld

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