Dominik Mauer übernimmt väterlichen Betrieb und sagt damit Ja zur Altmark

Der Schieferhammer: Auftrag und Ehre zugleich

Nach 33 Jahren als Unternehmer in Schrampe übergab gestern Rainer Mauer seinen Betrieb an Sohn Dominik. Damit bleibt der 36-Jährige Nachfolger mit seiner Familie seiner angestammten Heimat, der Altmark, weiterhin treu. Foto: Güssefeld

Schrampe. Als Dominik Mauer noch ein kleiner Junge war, wollte er Trucker werden. Die großen Lkw hatten es ihm angetan. Gestern erinnerte er sich daran und schmunzelt. „Vielleicht wäre ich dann nicht mehr hier in der Altmark“, sagte er. Doch er ist geblieben.

Auch deshalb, weil er schließlich den Beruf des Dachdeckers im väterlichen Betrieb erlernte. „Man musste mich nicht zwingen, nicht überreden. Schon als Schüler durfte ich mir ein Taschengeld verdienen, und so war klar, ich mache es“, erzählt Dominik.

Vater Rainer saß gestern neben ihm. Aus einem ganz bestimmten Grund war der Arbeitstag gestern kurz unterbrochen. „Ich übergebe heute mit Wirkung vom 1. April meinen Betrieb an Dominik“, so der Schramper Unternehmer. Symbolisch übergab er den Schieferhammer an seinen Nachfolger, der das Unternehmen als Dachdeckermeister in bewährter Weise weiterführen wird. Etwas Wehmut lag im Raum. Nachdenken, aber auch Stolz, dass ein Nachfolger gefunden wurde. „Schlimmer wäre gewesen, ich hätte meine Schilder nach 33 Jahren abmontieren müssen“, meinte Rainer Mauer, der vor wenigen Tagen seinen 60. Geburtstag gefeiert hatte.

Der „Neue“, inzwischen 36 Jahre alt, hat die Entscheidung, der Altmark treu zu bleiben, nicht bereut. Mit der Familie, seiner Frau Ivonne und seinen beiden Töchtern, lebt er in Seehausen. Die Altmark bleibt trotz aller Unkenrufe für ihn und seine Familie der Lebensmittelpunkt. Dass er nun vom Kollegen auf dem Dach zum Chef wird, darin sieht der Dachdeckermeister keine Probleme. „Die Chemie zwischen uns stimmt. Wir können uns aufeinander verlassen und damit macht die Arbeit auch so viel Spaß“, so Dominik. Seine Eltern hören gestern zu, sind sichtlich erleichtert. Und sie werden, so war zu vernehmen, dem Jungen alle Unterstützung geben. Am Bau wird es der Vater sein, im Büro Mutter Marita.

Es ist kein Geheimnis, dass viele Dächer in der Altmark und darüber hinaus die Handschrift des Schramper Unternehmens tragen. „Ich kann mich noch erinnern, dass nach der Wende auch angesichts der neuen Materialien ein neues Zeitalter im Handwerk begann“, erinnert sich der bald Senior-Chef.

Dominik selbst hat nach der Wende die Lehre begonnen. „Ich habe nichts bereut“. Das habe auch sein Bruder Gordon nicht, der nach dem Studium seine neue Heimat in Hannover als Bauingenieur fand, hieß es.

Gestern gab es einen Empfang für Geschäftspartner, Offizielle und Freunde in Kläden. Die Übergabe der Verantwortung an Dominik empfindet er selbst auch als eine Ehre. „Es ist gut so, wie es ist“, sagt er dem AZ-Redakteur.

Von Harry Güssefeld

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