Strandbad Arendsee

Badesaison mit Fragezeichen

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Eingang-Strandbad-Arendsee
  • vonBeate Achilles
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Der Betrieb im Strandbad Arendsee könnte am 15. Mai losgehen, wenn Corona es erlaubt. Luftkurort-Arendsee-GmbH zögert mit Investitionen und klagt über corona-bedingten Geldmangel sowie zu wenig Wasser im See.

Die Corona-Pandemie, der Wassermangel im Arendsee und fehlende Finanzmittel für Investitionen machen aktuell der Luftkurort-Arendsee-GmbH zu schaffen, wie Geschäftsführerin Sonja Nowak am Dienstagabend im Wirtschaftsausschuss der Stadt berichtete.

Derzeit seien alle Mitarbeiter in Kurzarbeit zuhause. Lediglich der Wachdienst und drei über das Arbeitsamt finanzierte Kräfte seien im Einsatz. Sie hoffe, dass „bald wieder etwas geht.“

Die Öffnung des Strandbades sei für den Zeitraum 15. Mai bis 15. September geplant. Mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand könnte das Strandbad immerhin knapp 3000 Tagesgäste aufnehmen, haben Mitarbeiter von Sonja Nowak ausgerechnet.

Allerdings wird daraus nur dann etwas, wenn über einen Zeitraum von mehr als vier Wochen im gesamten Land Sachsen-Anhalt die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen bei unter 35 liegt. Sonja Nowak ist skeptisch, ob das Strandbad 2021 unter diesen Voraussetzungen überhaupt die Chance haben wird, zu öffnen.

Die Rutsche müsse noch repariert werden. Das werde im Mai erfolgen, teilte Nowak dem Wirtschaftsausschuss mit. Das Gesundheitsamt habe wegen Corona seit 2020 untersagt, die Rutsche und die Wasserspielanlagen zu betreiben. Selbst wenn das Verbot zurückgenommen würde, hätte sie nicht genug Personal, um die 1,50 Meter Abstand zwischen den wartenden Badegästen an den Spielgeräten zu überwachen.

Die Pumpen, die Seewasser zu den Spielgeräten befördern, sind Nowak zufolge bislang noch nicht in tieferes Wasser verlegt worden. Aufgrund des zurückliegenden Coronajahres herrsche Ebbe in der Kasse, sagte Nowak. Ausschussvorsitzender Jens Reichardt legte ihr aber nah, die Pumpen vorsorglich zu versetzen. Es geht um eine Summe von rund 20 000 Euro. „Es nützt aber nichts, wenn wir die Anlagen dann diesen Sommer nicht betreiben dürfen“, erklärte Nowak ihre Sicht. „Keine Einnahmen, kein Spielraum“, so hatte im vergangenen Jahr GmbH-Geschäftsführer Michael Meyer beim selben Thema argumentiert.

Stadtrat Thomas Schlicke vermisste bei allem Verständnis für die corona-bedingten Schwierigkeiten Lösungsansätze: „Die Rutsche geht nicht, die Wasserspielanlagen fallen aus, dennoch nehmen wir Eintritt. Das kann nicht sein“, kritisierte er und forderte: „Wir brauchen einen Plan. Wann soll die Investition in die Verlegung der Pumpen erfolgen und wann kommen endlich die Caravanstellplätze?“

Sonja Nowak erläuterte, dass sie als Ersatz für die Wasserspielanlagen mit einem Anbieter von Wasserspielgärten in Kontakt stehe. Der Altmarkkreis Salzwedel müsse hierfür aber noch eine Erlaubnis erteilen.

Ein weiteres Problem, für das Sonja Nowaks Team nach einer Lösung sucht, ist ein Brackwasserbereich entlang des Strandes, der sich durch den Wassermangel im Arendsee gebildet hat. Dort stehe das Wasser und rieche muffelig, so Nowak. Badegäste müssten hindurchwaten.

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