30 Euro für erste Tier / Für mehrere wird es teurer / Soziale Aspekte

Rolle rückwärts bei den Hundesteuern

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Die Steuern für Hunde werden nun doch nicht so angehoben, wie zunächst angekündigt. Der Stadtrat einigte sich auf eine Erhöhung. Dann, wenn mehrere Tiere gehalten werden.

Arendsee. Weder Verwaltung noch Finanzausschuss konnten sich beim Stadtrat am Dienstagabend mit dem Vorschlag, die Hundesteuern teilweise um über 100 Prozent zu erhöhen, durchsetzen.

Stadtrat Uwe Walter ergriff als Erster das Wort und schlug unter anderem vor, die Steuern für einen Hund auf 35 Euro pro Jahr zu belassen. Verwaltung und Finanzausschuss hatten 60 Euro vorgeschlagen. Am Ende der Diskussion einigte sich der Stadtrat schließlich darauf, bei den jetzigen 30 Euro belassen. Als Gründe führten die Stadträte Matthias Goyer und Jörg Benecke ins Feld, dass die Finanznot der Kommune nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden sollte. Die Verwaltung hatte errechnet, dass die Erhöhung pro Jahr rund 30 000 Euro mehr in die Stadtkasse spülen könnte.

Stadtrat Klaus Führ regte an, die Diskussion noch einmal in den Ausschüssen zu führen, fand dafür aber keine Mehrheit. „Das Thema beschäftigt die Bürger. Wir müssen auch mal etwas entscheiden“, machte Stadträtin Christel Tiemann deutlich.

Uwe Walter brachte eine zusätzliche Ermäßigung ins Spiel. Wer eine Begleithundeprüfung ablegt, sollte 25 Prozent weniger zahlen. Damit sollte dem Hundesportverein entgegen gekommen werden, da die Ehrenamtlichen die Stadt bei verschiedenen Veranstaltungen unterstützen. Doch Hauptamtsleiter Andreas Koch hielt die Steuergerechtigkeit dagegen: „Ich nehme mal das Beispiel einer älteren Frau von 80 Jahren. Von dieser können wir doch nicht erwarten, dass sie eine Prüfung ablegt.“ Der soziale Aspekt, dass also die Tiere für die Halter fest zum Alltag gehören und die Einsamkeit schmälern, führte schließlich zur Entscheidung: Beim ersten Tier bleiben die bisherigen 30 Euro. Um der Tatsache, dass die Kommune finanziell nicht über die Runden kommt, gerecht zu werden, steigen die Kosten für mehrere Hunde (siehe Infokasten). „Damit haben wir gegenüber der Kommunalaufsicht unser Bemühen gezeigt“, waren sich die Stadträte einig. Noch eingearbeitet wird ein möglicher Rabatt für Hundegespanne. Hintergrund: Wer Schlittenhunderennen als Hobby betreibt und dafür viele Tiere benötigt, soll durch die Steuer nicht zu stark belastet werden.

Von Christian Ziems

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