Naturschutz am Kolonnenweg

Revierförster Lothar Büst erklärte Fällarbeiten an der ehemaligen Grenze

Mann neben einem Holzstapel
+
Revierförster Lothar Büst begründete die wichtigen Arbeiten im Interesse des Brandschutzes.

Entlang und beiderseits des ehemaligen Kolonnenweges sind im Hinblick auf den vorbeugenden Waldbrandschutz sowie auf Grundlage der Waldbrandschutzanordnungen des Altmarkkreises und des Landkreises Stendal auf bis zu zehn Metern Breite Holzeinschlagsmaßnahmen erfolgt. Das berichtete Revierförster Lothar Büst im Rahmen eines Gesprächs am Grünen Band.

Arendsee / Ziemendorf – Die Arbeiten fanden im Bereich Bömenzien bis Zießau auf einer Länge von rund acht Kilometern bei zwei Kleinprivatwaldbesitzern, einem Großprivatwaldbesitzer sowie auf den Flächen der Stiftung für Umwelt, Natur-und Klimaschutz statt. Durch natürliche Nachfolge hatte sich auf diesen Flächen überwiegend eine Kiefernnaturverjüngung gebildet.

„Dieser Baumbewuchs schränkte die Befahrbarkeit des Kolonnenweges für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr bei Bränden sowie für Lkw der Holzabfuhr stark ein. Eine Durchfahrt war stellenweise nicht mehr möglich“, erklärte Lothar Büst die Notwendigkeit. Nach Vorabsprachen mit den Eigentümern durch die Revierförster Stefan Kaiser (Bömenzien) und Lothar Büst (Arendsee) und der Auftragsvergabe durch die Forstbetriebsgemeinschaft an ein Forstunternehmen liefen die Arbeiten im April an und wurden im Juli beendet. Das verkaufsfähige Rohholz wurde für die Waldbesitzer über die Forstbetriebsgemeinschaft und das Betreuungsforstamt vermarktet. Die aktuell noch auf der Fläche verbliebenen Restholzpolter werden durch ein weiteres Forstunternehmen zu Energieholzhackschnitzel gehackt und beräumt.

Auf den vorhandenen Freiflächen soll sich entsprechend des Pflege- und Entwicklungsplanes für das Grüne Band eine Heidelandschaft entwickeln, die sich gut in den Biotopverbund integriert. Somit wurden gleichzeitig Naturschutzarbeiten mit waldbrandrelevanten Arbeiten verbunden.

Bei den Maßnahmen wurde darauf geachtet, vorhandene Laubbäume freizustellen und so zu erhalten. Die Offenhaltung und brandtechnische Erschließung des Grünen Bandes hat sehr hohe Bedeutung für alle Beteiligten: Sei es für die Waldbesitzer, für die Forstverwaltung, für die Feuerwehr, für den Naturschutz und den Schutz des Grünen Bandes, aber natürlich auch für die Besucher am Grünen Band als Tourismusfaktor.

Weil die Gefahr zur Entstehung von Großwaldbränden mit Katastrophencharakter während der letzten trockenen und heißen Jahre immer weiter anstieg, hatten diese waldbrandvorbeugenden Arbeiten hohe Priorität, erklärte Lothar Büst der AZ. Er erinnerte in dem Zusammenhang an den Großwaldbrand 1975 im Gartower Forst im Wendland mit einer Größe und Flächenausdehnung von rund 2500 Hektar bis auf wenige Kilometer an die damalige innerdeutsche Grenze heran. „Von daher ist es wichtig, die großflächig ausgedehnten Kiefernwälder von Seehausen über Arendsee bis hoch nach Gartow im Wendland durch ein wegetechnisches Erschließungsnetz auf eine Katastrophenlage vorzubereiten“, sagte der Förster weiter. Um die Wälder zu schützen und schon Entstehungsbrände schnellstmöglich zu bekämpfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare