Feuerwehr Arendsee übte gemeinsam mit dem Regattaverein

Rettung am späten Abend

Da war es passiert: Bei einer Übungsfahrt kippte das Segelboot vom Typ „Pirat“ um. Zunächst demonstrierten die beiden Sportler das Aufrichten aus eigener Kraft. Als der Mast sank, kamen die Feuerwehrleute im Hintergrund ins Spiel. Fotos (2): Güssefeld

Arendsee / Schrampe. Rettungsaktion am späten Mittwochabend auf dem Arendsee. Die Szenerie: Zwei Jugendliche des Arendseer Regattavereins (ARV) waren mit ihrem Sportboot vom Typ „Pirat“ gekentert und trieben neben dem Boot im Wasser.

Die Feuerwehr rückte mit ihrem Rettungsboot an und brachte das Boot an Land – die beiden Segler steigen ins ARV-Boot, das von Theo Seifert gelenkt wurde.

Waren die Unfallsegler am Mittwochabend: Jonathan Boczek (l.) und Andreas Roth. Im Hintergrund kämpft die Wehr mit dem Boot.

Es handelte sich nur um einen Übung, aber vor Wochen hatte es die gleiche Szenerie schon einmal gegeben. Polizei, Johanniter-Retter und Feuerwehr waren damals alarmiert worden. „Ich denke, es besteht generell Handlungsbedarf. Vor allem die Feuerwehr sollte mit uns zusammen mal den Fall durchspielen“, so war die Idee von Heiko Seifert. Sein Sohn und Chef des Vereins Stefan Seifert sprach mit der Wehr und so rückten die Kameraden am Mittwochabend am Vereinsgelände direkt am See an. Die Statisten im Unfallboot: Andreas Roth aus Zühlen und onathan Boczek aus Kläden. Sie fuhren mit dem „Pirat“ rund 400 Meter auf den See, um ihr Boot kentern zu lassen. Die Beobachter am Ufer, die nicht eingeweiht waren, befürchteten Schlimmes. Doch zu ihrer Beruhigung machten sich Feuerwehr und ARV-Bootsbesatzung sofort auf den Weg zu den Verunfallten. Das Boot kopfüber zu bergen, indem man es abschleppt, sei keine gute Lösung, so Stefan Seifert zu den Kameraden. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte die Besatzung auf das Schwert des Bootes steigen und es so wieder aufrichten. „Geht das nicht, müssen Seile helfen“, so der ARV-Chef. Und so befestigten die Männer im Feuerwehrboot ihre Seile am sogenannten Pütting, einem Bauteil, das große Kräfte aushält.

Es gelang. Mit vereinten Kräften zogen die Kameraden das Boot wieder in die Ausgangslage, die Gekenterten wurden ebenfalls gerettet. „Natürlich gilt im Ernstfall zu allererst die Fürsorge den Menschen“, erklärte Stefan Seifert.

Das Ziel des Abends war erreicht: Die Feuerwehr-Kameraden hatten einiges dazugelernt, und die Segler vom Regattaverein wissen, dass sie sich bei einem nächsten möglichen Unfall auf dem See auf die Wehr verlassen können. „Nur keine Panik. Die Segler sind gute Schwimmer“, so Stefan Seifert.

Von Harry Güssefeld

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