In der Kernstadt hakt es gewaltig

Unternehmer Herbst hofft auf Glasfaser – doch das Interesse in Arendsee ist gering

Metallbauer Renee Herbst aus Arendsee
+
Metallbauer Renee Herbst aus Arendsee wünscht sich den flächendeckenden Glasfasernetzausbau in Arendsee. Doch das Interesse scheint in der Stadt eher gering zu sein, berichten die Verantwortlichen.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
    schließen

In seinem Metallbaubetrieb im Arendseer Gewerbegebiet Ost dürfte Unternehmer Renee Herbst mit 20 Mbit/s einen langsameren Internetanschluss haben als viele Privathaushalte. Die gegenwärtige Initiative zum Aufbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes in der Stadt sieht er daher als große Chance.

Arendsee – Er ist umso enttäuschter, dass offenbar viele Selbstständige in Arendsee den Bedarf einer deutlich schnelleren Internetanbindung nicht erkennen wollen. Herbst jedenfalls will erfahren haben, dass die Resonanz nach einem Unternehmerstammtisch auf den Glasfaserausbau verhalten ist.

Nachfragen der AZ bei DNS:Net-Projektleiter Thomas Lange in Barleben und bei Vertriebspartner Carsten Jürschick in Salzwedel lassen nichts Gutes erahnen. Zu Gewerbekunden machen beide zwar keine expliziten Angaben, aber insgesamt sei das Interesse vor allem aus der Arendseer Kernstadt bislang sehr überschaubar, erfährt die AZ. „Da ist noch Potenzial“, meint Thomas Lange. „Eine Katastrophe“, wird Carsten Jürschick schon deutlicher. Vermutlich fühlen sich viele durch den kürzlichen Ausbau eines Wettbewerbers noch gut versorgt, spekuliert der Projektleiter von DNS:Net, jenes Unternehmen, das eigenwirtschaftlich in Arendsee und einigen Dörfern Glasfaser verlegen will und dafür eine Anschlussquote von mindestens 50 Prozent benötigt.

Im vergangenen Jahr hatte sich Metallbauer Renee Herbst erkundigt, was ein betriebseigener schneller Internetanschluss kosten würde. 80 000 Euro, winkt er im Gespräch mit der AZ ab. Mit der aktuellen DNS:Net-Initiative käme er besser ans Ziel. Und er könnte das Extra-Tempo in der digitalen Welt auch gut gebrauchen, wie er schildert. Datensicherung per Clouddienst gehe nicht; da benötige es immer noch einen weiteren Server. Dann gebe es Spezialmaschinen, die fast immer online sein müssen. In seiner Branche sei das Verschieben großer Datenmengen die „nächste Stufe“. Die Holländer würden das schon vorleben. Renee Herbst spricht von datenübertragenden Chips in Fenstern, vom Arbeiten in großen Plänen, von Warenbestellprozessen.

„Alles in der Zukunft hängt von schnellem Internet ab“, ist sich der Unternehmer sicher. Und eines wolle er dann nicht: mit einer Kerze im Dunkeln sitzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare