Ein Plus von sieben Zentimetern

Regen macht sich bemerkbar: Arendseer Pegel steigt

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Badestelle Schramper Eck (links): Der Sandstrand ist immer noch sehr breit. Das Wasser stieg und liegt derzeit bei 63 Zentimetern unter dem langjährigen Mittel. Ende September fehlten noch 70 Zentimeter. Der Verlust ist weiterhin unübersehbar. Das nasse Element reichte an der Badestelle „Quelle“ einst bis zu den kleinen Holzpfählen.

Arendsee – Ein Loch im See, und ein Einbruch steht bevor – die Erklärungen kursierten innerhalb der vergangenen Monate in der Bevölkerung bei der Frage, warum die „Blaue Perle“ so viel Wasser verloren hatte.

Landes-Mitarbeiter beruhigten auf Nachfrage der Altmark-Zeitung Ende September: Allein der gefallene Grundwasserspiegel und die Verdunstung durch die vielen Sonnenstunden im trockenen Sommer seien die Ursache. Sie gingen damals davon aus, dass der Arendsee im Herbst wenig bis gar kein Wasser mehr verlieren würde. Und sie sollten Recht behalten – wie eine aktuelle amtliche Zahl untermauert. Laut dem Landes-Umweltministerium liegt der Pegel derzeit bei 63 Zentimetern unter dem langjährigen Mittel. Ende September waren es noch 70 Zentimeter. Nach den nassen Wochen ist der Wasserstand also um sieben Zentimeter gestiegen. Gemessen wird am Ablaufpegel Zießau nahe des Fischers.

Dass dort lange kein Wasser abgelaufen ist, lässt sich auch für Laien erkennen. Denn der dortige Landgraben ist durch Trockenheit geprägt. Trotz des Regens fehlt immer noch über ein halber Meter. Bei den veröffentlichen Werten wird auch auf Durchschnitte der vergangenen Jahrzehnte geachtet. Arendseer messen selbst gerne, kommen aber auf andere Daten. So war in der Stadt zwischenzeitlich von einem Plus von acht Zentimetern die Rede.

Von dem etwas höheren Wasserstand ist derzeit aber noch nicht viel zu sehen. Die neu entstanden Strände, wie neben dem „Schramper Eck“ gibt es weiter. Die Arendseer machten sich in den vergangenen Monaten Sorgen. Sie befürchteten, dass sich das ökologische System davon nicht mehr erholen könnte. Laut dem Umweltministerium gab es aber bereits im September 1992 ähnlich tiefe Wasserstände. In diesem Sommer fehlten dem Arendsee bis zu zwei Prozent seines Volumens. Dieses beträgt bei normalem Stand etwa 150 Millionen Kubikmeter. Probleme habe es vor allem mit dem Schilfgürtel gegeben. Die Pflanzen konnten die Selbstreinigung der „blauen Perle“ nicht wie gewohnt umsetzen. Arendseer um Dr. Helmut Günther starteten eine Initiative, um zu helfen. So setzten Schüler zwischen Kloster und Badestelle „Quelle“ an mehreren Stellen neue Schilfpflanzen in die Erde.

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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