Paul-Gerhard Gerle möchte in Arendsee einen HSV-Fanclub gründen

Die Raute im Herzen mit der Liebe zum Norden

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Paul-Gerhard Gerle so, wie er sich in der Freizeit gern sieht. Als Fan des HSV. Er möchte in der Seestadt einen Fan-Club etablieren, auf einen Namen und das Stammlokal wurde sich noch nicht festgelegt. Das sollen die Mitglieder entscheiden.

Arendsee. Paul-Gerhard Gerle aus Arendsee möchte den Fans seines Lieblingsvereines, dem Hamburger Sportverein, in der Region Arendsee eine Heimat geben.

„Ich sehe hier überall gelbe Fahnen des BVB und natürlich die rot-weißen der Bayern, die Fans des HSV sind hier nicht so stark vertreten“, meint der Arendseer. Vereinzelt, so hatte er es wahrgenommen, sieht er das Emblem des HSV, die Raute, auch in der Region. In Binde prangt es den Autofahrern aus Richtung Salzwedel von einer Hofmauer entgegen, an der Arendseer Straße in Salzwedel flattert eine Fahne des Hamburger Clubs in einem Vorgarten. Mit den Initiatoren hat er bereits Kontakt aufgenommen oder will es noch tun.

Warum ist man eigentlich HSV-Fan? Paul-Gerhard Gerle kommt aus der Region Uelzen, hat früher mit seinem Fußballclub auf dem einstigen Trainingsplatz in Hamburg-Ochsenzoll Fußball gespielt. „Der HSV mit solchen Typen wie Seeler war und ist ein Club, zu dem man aufschauen kann“, schwärmt der Arendseer.

Und er zieht sich zum Fototermin extra seinen HSV-Strickpullover an. Fanartikel fehlen in dem Haushalt nicht, Schal und Mütze hängen an der Flurgarderobe. Fan zu sein heißt auch ein wenig verrückt zu sein.

Das weiß auch Paul-Gerhard Gerle, er will dennoch diesen Fan-Club gründen. Wohl wissend, dass es in Lüchow „Die Wendländer“ gibt, auch in Winterfeld sollen sich HSV-Fans regelmäßig treffen. „Ich möchte aber hier in der Seestadt einen eigenen Fanclub etablieren“, wünscht sich der Initiator. Und hält die Unterlagen dafür bereits in der Hand. Mindestens fünf Fußballfreunde sind es schon, die zugesagt haben und sich freuen, gemeinsam zu den Spielen zu fahren.

Zu den Spielen fahren – das hat Paul-Gerhard Gerle auch mal von einer ganz anderen Seite erlebt. Er war im Sicherheitsdienst tätig, hat Fußballfans in den Zügen durch ganz Deutschland begleitet. „Das war eine Erfahrung, die man eigentlich in einem Buch niederschreiben müsste“, sagt der fast 60-Jährige. Krawalle hat er hautnah miterlebt, aber am schwersten war es, das Alkoholverbot im „Metronom“, dem Regionalzug zwischen Göttingen und Hamburg sowie Hamburg und Bremen zu überwachen und durchzusetzen. Er hat die schwarzen Blocks, die „Normalos“ und auch die Fan-Familien erlebt, die jedes Wochenende unterwegs sind. Fußball ist eine Sucht, für viele ein Ventil, eine Möglichkeit, mal anders zu sein. „Wenn es im Rahmen bleibt, dann ist das kein Problem“, erklärte Gerle.

Für ihn ist Fan-Sein eine Liebe zu seinem Club, die nie aufhört. In guten und in schlechten Zeiten – wobei der HSV die schlechten, einen Abstieg in die 2. Liga, noch nie erlebt hat. Der HSV gilt als Dino der 1. Liga – aber denkbar schlecht war der Gesprächstermin gelegt. Augsburg hatte gegen den HSV am Sonnabend gewonnen. In Hamburg. Aber nur 1:0 ...

Infos unter: (039384) 98794

Von Harry Güssefeld

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