Umstrittene Energieverbrauchsanalyse / Reckling: „Sie gibt Anstöße“

Rathaus und Grundschule verschwenden Energie

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Die Energieverbrauchsanalyse bescheinigt dem Rathaus (Foto, Mitte) schlechte Noten. Der Stromverbrauch und auch der Heizaufwand sind zu hoch, heißt es in dem Papier. Ob eine Ursachenforschung ansteht, ist noch nicht bestätigt.

Arendsee. Für die Liegenschaften der Stadt Arendsee hat die Avacon eine Energieverbrauchsanalyse angefertigt. Am Dienstagabend wurde sie vorgestellt.

Mit dem Ergebnis: Die Liegenschaften Grundschule Fleetmark, Rathaus Arendsee, Grundschule Arendsee, Kindergarten Kleinau und Haus des Gastes sind „auffällig“. Das bedeutet, sie haben einen zu hohen Energieverbrauch. Deshalb werden diese Immobilien für eine weitergehende Energieanalyse vorgeschlagen.

Die Daten, die den Bauausschussmitgliedern vorlagen, blieben aber nicht unkommentiert. Denn: Die Darstellungen enthielten, so am Beispiel der Fleetmarker Grundschule, Fehler, weil die Turnhalle nicht berücksichtigt wurde. Damit wurde der Verbrauch an Heizung und Strom viel zu hoch ausgewiesen. Verwunderung löste auch die Tatsache aus, dass die neue Grundschule an der Feldstraße in Arendsee, gebaut als energietechnisch auf modernstem Stand, zu den Immobilien gehört, die „auffällig“ sind. Stadtrat Uwe Walter fiel das sofort auf, und Bauamtsleiter Gert Reckling wusste auch gleich, wo die Ursache liegt. „Ich glaube, es liegt daran, dass die Belüftung teilweise Tag und Nacht gelaufen ist“, so Reckling.

Der Avacon-Fachmann Marco Sobirey hatte zuvor vermutet, dass die großzügige Gestaltung der Schule mit einer Aula und eben dieser Belüftung von Vergleichsobjekten abweiche. Generell sorgt das Papier für weitere Diskussionen. Betrachtet man allein den Heizaufwand der kommunalen Gebäude, fallen unter anderem das Gerätehaus Mechau, die Gemeinschaftshäuser Rademin und Sanne, die Kita Kleinau, das Rathaus Arendsee, das Haus des Gastes und – wie schon erwähnt – die Grundschule Fleetmark aus dem Rahmen. Während es sich bei der Grundschule Fleetmark und der Kita Kleinau um ältere Immobilien handelt, und die Isolierung der Gebäude mangelhaft ist, stellt sich beim Haus des Gastes und beim Rathaus Arendsee die Frage, warum der Heizbedarf nach umfangreicher Sanierung in den vergangenen Jahren so enorm hoch ist. Beim Stromverbrauch sind es die Grundschule Fleetmark, die Grundschule Arendsee und das Rathaus Arendsee, die aus dem Rahmen fallen. Inwiefern die kostenpflichtige Analyse der Stadt weiterhilft, scheint offen. Bauamtsleiter Gert Reckling machte gestern deutlich, dass die Analyse „einige Anstöße“ geben könnte. Es gehe auch darum, in Sachen Energieverbrauch zu sensibilisieren, sagte Reckling auf Nachfrage.

Von Harry Güssefeld

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