Promenade: Bürger machen sich Gedanken über Lösungen im Sinne aller

Radfahrer und Fußgänger nicht immer in Harmonie

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Nicht immer geht es zwischen Radfahrern und Fußgängern am See so harmonisch zu wie in dieser Situation.

Arendsee. Die Seepromenade ist für alle da. Für Fußgänger und Wanderer, für Radfahrer, für Hunde, für Familien.

So ist es seit vielen Jahren, und vor allem nach der Wende und der Öffnung des Grenzgebietes nutzen viele Arendseer und Gäste auch den Rundkurs von rund zehn Kilometern, um die Natur zu erleben.

Wenige Jahre nach der Wende war es erstmals zur Diskussion darüber gekommen, ob Radfahrer und Fußgänger sich nicht in die Quere kommen. Doch die Idee, die Radfahrer von der Seepromenade zu verbannen, war schon einmal aufgekeimt. Damals kamen die Ideen aus dem Rathaus. Sie wurden schnell verworfen und nie umgesetzt.

Nun könnte die Diskussion aber noch einmal angeheizt werden. Denn sie kommt nicht aus dem Rathaus, sondern aus der Bevölkerung. „Viele Familien beklagen sich darüber, dass sie im Sommer auf der Seepromenade flanieren wollen und immer wieder durch Klingeln angehalten werden, die äußerste rechte Seite zu benutzen, um die Radfahrer passieren zu lassen“, meint unter anderem Joachim Feuerstein. Die Familie betreibt die kleine Bierstube direkt am Seeweg und kommt oft mit Urlaubern ins Gespräch. „Die Leute nervt das massiv“, sagt der Arendseer. Und hat auch gleich eine Idee parat, was zu tun wäre, um den Konflikt zwischen Radfahrern und Fußgängern zu minimieren. „Eine Idee wäre doch, dass Radfahrer zwischen 13 und 18 Uhr die Seepromenade nicht benutzen“, sagt Feuerstein. Schilder könnten das anzeigen. Und in der radfreien Zeit könnten sich die Fußgänger frei bewegen, ohne den klingelnden Zeitgenossen ständig aus dem Wege gehen und springen zu müssen.

In der ganzen Diskussion wurde auch eine andere Idee geboren. Die Radfahrer dürfen nur in einer Richtung den See umrunden, die Fußgänger in die andere. Und jeder hat seine Bahn. Praktiziert werde das im Ausland, so im Stanleypark in Vancouver. Und es funktioniert dort wirklich.

Ob die Problematik das Sitzungszimmer im Arendseer Rathaus und damit die Ausschüsse erreichen wird, ist eher unwahrscheinlich. Radfahrer und -wanderer von der Seepromenade zu verdammen, auch nur zeitweise, könnte dazu führen, dass die Betroffenen einen noch größeren Bogen um Arendsee machen. Gegenseitige Rücksichtnahme auf der Promenade sei wichtig – vor allem an den Stellen, die Gefahrenbereiche bedeuten. So der Anstieg bzw. das Gefälle im Bereich Schrampe. Sollten sich an der Stelle Radfahrer und Fußgänger in beiden Richtungen begegnen, ist mehr als Fingerspitzengefühl gefragt.

„Vielleicht denkt man doch über alles einmal nach“, wünscht sich Feuerstein.

Von Harry Güssefeld

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