Eine dünne Decke reicht nicht

Rademin bekommt eine richtige Straße – und einen neuen Ortschaftsrat

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Ortsbürgermeister Eckhard Kamieth wird auch nach dem 26. Mai im Ortschaftsrat arbeiten. Auch er freut sich auf die neue Dorfstraße.

Rademin – Warum ist die Dorfstraße in Rademin von der Kreuzung bis zur Kurve in Richtung Ladekath so rund? Weil einst der Dorfschulze erklärt hatte, dass er auf dem ehemaligen Feldweg von der Kneipe nach Hause trockenen Fußes kommen wollte, indem er auf dem Scheitel wanderte.

„So erklären sich die Rademiner diesen Querschnitt“, erzählt Ortsbürgermeister Eckhard Kamieth, und erklärte gleichzeitig, dass das wohl nicht so ernst sei. Aber alles brauche ja eine Erklärung. .

Fakt ist, dass die Rademiner auf den Ausbau der Kreisstraße warten. Für den Sommer ist der Baubeginn nun anvisiert, und nicht nur Eckhard Kamieth hofft darauf, dass es losgeht. Und anders als an der Bahnhofstraße in Arendsee müssen sich die Anlieger keine Sorgen machen. Sie müssen dieses Mal nicht bezahlen, weil Gosse und Bürgersteig schon fertig sind. Und die Straße eine Kreisstraße ist. In Arendsee müssen die Anlieger für die Nebenanlagen teilweise tief in die Tasche greifen.

Und eines freut die Rademiner auch noch: Die einstige Idee, das vorhandene Pflaster zu erhalten und mit einer Asphaltschicht zu überziehen, wurde fallen gelassen. Das funktioniert nicht. Und so wird grundhaft ausgebaut. Die Steine, teilweise durch den Verkehr geplatzt, kommen raus. „Das über hundert Jahre alte Pflaster hat ausgedient“, so der Ortsbürgermeister kurz und knapp.

Wird die neue Straße, glatt und eben, dann zu einer Rennpiste? Nein, meint Rademins Ortschef. Aus Richtung Klein Gartz wird, so hofft er, die 30 Stundenkilometerbegrenzung bis zur Kreuzung bestehen bleiben. Und aus Ladekath kommen die Fahrzeuge aus einer Kurve, sicherlich auch nicht mit zu hoher Geschwindigkeit. „Es sind immer mal welche dabei, die auch jetzt auf der Holperstrecke ihre Autos einem Härtetest unterziehen“, heißt es gestern. Und es gab aber auch ein Lob an die Lkw-Fahrer. Die würden durch den Ort fahren, indem Anlieger und das Fahrzeug selbst geschont werden.

Es war die letzte Ratssitzung vor den Wahlen, diese Versammlung am Montag. Sechs Kandidaten stehen bereit, für sechs Mandate. Es scheint mehr als wahrscheinlich, dass alle in den neuen Rat gewählt werden. Unter ihnen ist natürlich auch Eckhard Kamieth. Ob er wieder als Ortsbürgermeister zur Verfügung steht, das weiß er noch nicht. Aber mitmachen will er auf alle Fälle. Schade, meint er, dass es so wenige gibt, die sich für den Job aufraffen. Aber er sieht auch die Belastung durch den Beruf.

Manchmal gibt es noch Aufregung im Ort. So am Gründonnerstag. Es war gegen 4.15 Uhr, als der oder die Brandstifter mittels Brandbeschleuniger das Osterfeuer entzündeten. Eckhard Kamieth sah die Flammen vom Schlafzimmer aus – und fuhr los. Der Haufen brannte, obwohl Osterfeuer verboten waren. Das gab es dann doch – aber kein Maifeuer mehr.

VON HARRY GÜSSEFELD

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