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Die „Queen“ ein Fall für den Schrott? – Das wird noch stark zurückgewiesen

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Von: Jens Heymann

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Das Fahrgastschiff „Queen Arendsee“ während einer Tour.
Das Fahrgastschiff „Queen Arendsee“ ist eines der touristischen Aushängeschilder der Stadt. Die angesammelten Reparaturkosten trüben jedoch das Bild. © Heymann, Jens

Die abendliche Party auf dem Dampfer „Queen Arendsee“ zu deren 30. Geburtstag Ende April muss zwischenzeitlich heiß hergegangen sein. So heiß, dass es offenbar Probleme mit der Stromversorgung gegeben hatte, wenn Musik und Herd gleichzeitig liefen.

Arendsee – Diese Anekdote, von Luftkurort-Arendsee-GmbH-Chefin Claudia Schulz am Rande des jüngsten Wirtschaftsausschusses erwähnt, zeigt, dass die Pläne mit dem Fahrgastschiff manchmal doch weiterreichen als die aktuellen Möglichkeiten der Königlichen. Die Nachfrage nach weiteren Sausen auf dem Schiff sei dennoch da, führte Schulz weiter aus. Weitere Termine würden nun nachgeschoben.

Was ebenfalls passiert ist: Vergangene Woche musste erneut ein Bauteil der „Queen“ ausgewechselt werden. Weil der Fehler jedoch auf die Werft zurückzuführen gewesen sei, geschah dies auf Kulanz, hieß es.

Aus dieser Gemengelage heraus stellte Stadtrat Björn Hartmann (Arendsee-Land / Freie Liste) eine grundsätzliche Frage: Wann werde das Schiff nach Pretzier zum Schrotthändler gefahren? Immer wieder höre er, wie viel Geld in die „Queen“ gesteckt werden müsse, klopfte Hartmann die Gemütslagen der anderen Räte und der Verwaltung ab.

Fraktionskollege Jens Reichardt bezeichnete die Verschrottungsidee zwar als „absurd“, gab aber zu bedenken, dass die kalkulierten Reparaturkosten für das Schiff einst deutlich unter dem mittlerweile erreichten Wert (mehr als eine halbe Million Euro) lagen. „Noch so eine Sanierung können wir uns nicht leisten“, meinte Reichardt. Da sei ein Plan B gefragt.

Stadtrat Tino Zachhuber (CDU / SPD) wies das Abschaffen der „Queen“ zurück. Das Schiff sei ein Kulturgut und die Reparaturen Investitionen, „die wir als Stadt tragen müssen“. Arendsees Bürgermeister Norman Klebe bezeichnete das Fahrgastschiff als „Cashcow“ (gewissermaßen eine Geldkuh), was die Auslastungsquote unterstreiche. Die „Queen“ sei noch kein „Seeadler“ (das Vorgängerschiff), sondern ein Aushängeschild. Was die Kosten betrifft: Gewisse Dinge hätten sich nicht abschätzen lassen, erklärte Klebe. Für ihn komme es darauf an, das Anlagegut zu erhalten.

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