Rumpfstärke des Schiffes gemessen / Fachmann: „Rost noch kein Problem“

„Queen“ beim Ultraschall

Der Fachmann Dietmar Kern (Mitte) beim Blick auf das Querstrahlruder der „Queen“, Jörg Hefekerl von der GmbH protokolliert. Das kleine Bild zeigt Blattrost vom Unterboden.
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Der Fachmann Dietmar Kern (Mitte) beim Blick auf das Querstrahlruder der „Queen“, Jörg Hefekerl von der GmbH protokolliert. Das kleine Bild zeigt Blattrost vom Unterboden.

Arendsee. Vorweg: Die „Queen“ hatte vor Wochen den TÜV überstanden und gestern ist sie auch durch die Rumpfstärkemessung gekommen. Das bedeutet: Die „Königliche“ kann ab der kommenden Saison mindestens fünf weitere Jahre auf dem Arendsee schippern. Das ist die gute Nachricht.

Sie schafft für Michael Meyer und seine GmbH – und damit für die Stadt – Planungssicherheit. Denn die „Queen“ ist schlichtweg der wichtigste Teil der GmbH, weil sie schwarze Zahlen schreibt.

Dennoch hatte Dietmar Kern als unabhängiger Sachverständiger gestern einige Dinge ins Protokoll geschrieben, die die Verantwortlichen unbedingt beachten sollten, um an der „Queen“ noch lange Freude zu haben. Das 1991 in Dienst gestellte Fahrgastschiff – am 3. Oktober hatte Stadtdirektor Hans-Jürgen Graumann den Startschuss gegeben – wird am Rumpf dünner. Fünf Millimeter dicker Stahl war einst verbaut worden – an der Rumpfunterseite wurden gestern noch zwischen 4,1 und fünf Millimeter gemessen, mittels Ultraschall. Blattrost fiel ab, als der Prüfer den Hammer ansetzte. „Lochfraß wäre schlimmer, aber davon ist der Rumpf nicht befallen“, so Dietmar Kern. Dennoch gab er den Verantwortlichen – mit dabei waren GmbH-Chef Michael Meyer und Angestellter Jörg Hefekerl – Tipps, wie der Unterboden gegen Rost geschützt werden muss. Denn: 4,1 Millimeter seien zwar noch kein Grund, in Panik zu geraten, aber klar sei, dass bei drei Millimeter Schluss ist. „Dann müsste dieses Fahrgastschiff stillgelegt werden“, so der Fachmann von der Schiffs-Untersuchungs-Kommission, der selbst Schiffbau studiert hatte und weiß, wovon er spricht.

Die Kontrollen im Inneren verliefen fast ohne Probleme. Im Motorraum gebe es unbedeutenden Flugrost, die Räume sind trocken. Etwas problematisch seien die Wasseransammlungen im Lukenbereich sowie der Rost am Querstrahlruder.

Die Stadt Arendsee wird sich auf lange Sicht hinaus Gedanken machen müssen, wie die „Queen“ einmal ersetzt werden kann. „Wir werden die Hinweise jetzt beachten und gegen den Rost am Rumpf vorgehen“, so Michael Meyer.

Verwundert zeigten sich gestern Zaungäste über die Dicke des Rumpfes. „Fünf Millimeter für ein Schiff mit einer Länge von bis zu 30 Meter sind normal“, so Kern. Öltanker haben beispielsweise eine Rumpfstärke von zehn Millimetern, Schiffe der nördlichen Eismeerflotte in Russland bis zu 16 Millimeter. „Entscheidend ist nicht immer die Dicke, sondern das Gerippe, das für die eigentliche Standfestigkeit sorgt“, erklärte der Fachmann gestern vereinfacht den Zuschauern.

Von Harry Güssefeld

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