26 Zentimeter fehlen bis zum TÜV

„Queen Arendsee“ muss bald aus dem Wasser – aber es geht nicht

Die Schienen der Slip-Anlage, um die „Queen“ aus dem Wasser zu holen, liegen nicht tief genug im Wasser. Ein Umbau ist nicht möglich.
+
Die Schienen der Slip-Anlage, um die „Queen“ aus dem Wasser zu holen, liegen nicht tief genug im Wasser. Ein Umbau ist nicht möglich. 

Arendsee – Die Slipanlage, um die „Queen“ im Winter aus dem Wasser zu ziehen, war das Nonplus-Ultra. Eine tolle Erfindung, die auch immer funktionierte.

Nun aber gibt es Probleme: Nicht nur, dass die „Queen“ nicht aus dem Wasser kann, sondern es könnte auch auf Dauer keinen TÜV mehr geben. Am 30. November müsste die Königliche aus dem Wasser, aber es geht nicht. Nach Aussagen der amtierenden Geschäftsführerin der Luftkurort-Arendsee-GmbH, Sonja Nowak, fehlen 26 Zentimeter Wasserstand im See, um die „Queen“ an Land zu holen. Während des Wirtschaftsausschusses am Dienstagabend wurden verschiedene Ideen geboren, es doch nicht zu versuchen: Doch weder eine Verlängerung der Schienen ins Wasser ist wegen der Abbruchkante im See möglich, noch ein Neubau in einem anderen Uferbereich – das hapert am Geld. Und vermutlich auch an den Umweltfachleuten des Altmarkkreises, wie Ausschuss-Vorsitzender Jens Reichardt mutmaßte. Die „Queen“ muss raus, um den Unterboden zu kontrollieren. Eine Methode, das von Tauchern im Wasser machen zu lassen, gebe es nicht, sagte Sonja Nowak. Ihre Aussage, dass nach dem TÜV des Oberdecks die Queen noch vier Monate fahren könne, ohne Unterbodenuntersuchung, hörte sich wie ein verzweifelter Versuch an, Zeit zu gewinnen.

Die Queen war bislang der wichtigste Teil der GmbH, wenn es um Einnahmen geht. Doch das hat sich dramatisch verändert. Die „Königliche“ ist nicht mehr das Zugpferd, hieß es. Woran das liege, vielleicht auch an den Fahrpreisen, wurde am Dienstag nicht erörtert. Die nackten Zahlen zeigen die Misere: Seit dem 30. Mai durfte das Schiff fahren, bislang wurden 6 901 Fahrgäste gezählt. Im Vorjahr waren es noch 13 693 Fahrgäste. „Wir haben den größten Einbruch durch die ausbleibenden Busfahrten. Und die Kinder aus den Ferienlagern, aus dem KiEZ, fehlen uns“, beklagte Sonja Nowak. Und sie erzählte, dass für das kommende Jahr noch nicht ein Bus gemeldet sei. Wohin das führe, wisse sie nicht – aber die Angst schwingt mit.

In Sachen TÜV muss etwas geschehen. Am besten, es regnet wochenlang und der See steigt um diese 26 Zentimeter, die dringend gebraucht werden.

Es fehlen aber rund 80 Zentimeter. Das macht die Situation im Strandbad schwierig. Das Nichtschwimmerbecken gibt es so gut wie nicht mehr. „Wir müssen eigentlich den Zugang zum Schwimmerbereich absperren, um zu verhindern, dass die Kinder in den Bereich gelangen. Dort holt sie keiner mehr raus“, malt die Strandbad-Chefin etwas schwarz. In diesem Jahr wurden 28 886 Besucher gezählt, ein Jahr zuvor waren es noch 38 821. Im heißen Sommer 2018 waren es 72 220 Besucher. „Die Akzeptanz der Besucher ist noch groß. Trotz Rutschen-Sperre und wenig Wasser für die Kinder. Das ist unser Glück“, sagt die Chefin. Es müsste viel erledigt werden. Vor allem die Pumpen müssen ins tiefere Wasser versetzt werden. Wann das geschieht, ist fraglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare