Arendsee sucht neue Schlichter / Interessierte können sich bis 18. April melden

Puffer zwischen Streitparteien

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Streitigkeiten müssen nicht über den Klageweg ausgetragen werden. Ein Schiedsverfahren kann Probleme lösen, konstruktive Gespräche zwischen den Parteien sind unverzichtbar. Symbolfoto: dpa

Arendsee. Wenn die Hecke auf das Nachbargrundstück wächst oder zu laut Musik gehört wird: Konflikte können schnell entstehen und hochkochen. Ehrenamtliche Schlichtern obliegt es, wieder einen konstruktiven Gesprächsfaden zu finden.

Auch in Arendsee gibt es Freiwillige, die dabei helfen, Streit aus dem Weg zu räumen. Doch es stehen Veränderungen an. Heiko Barthel, der dies viele Jahre gemacht hat, habe signalisiert, aufhören zu wollen.

„Wir suchen nun Interessierte, die den Posten übernehmen wollen“, informierte Bürgermeister Norman Klebe gestern im AZ-Gespräch. Der zweite Schiedsmann, Hartmut Schersching, wird weitermachen. Das Ehrenamt läuft immer für fünf Jahre. „Bei Heiko Barthel ist die Periode bereits abgelaufen“, so das Stadtoberhaupt. Wer Interesse hat, kann sich bis zum 18. April melden. Und zwar bei Norman Klebe oder im Sekretariat bei Birgit Beyer, Tel. (03 93 84) 97 60. „Wichtig ist uns, dass die Schiedsperson in der Einheitsgemeinde wohnt“, erklärt der Bürgermeister.

Der Stadtrat wird dann mit einem Beschluss weitere Grundlagen schaffen. Salzwedels Richter Dr. Klaus Hüttermann übernimmt die Vereidigung. Dann kann die eigentliche Arbeit beginnen. „Ein guter Rat muss nicht immer teuer sein, denn ein Schiedsverfahren verläuft zügig und die Kosten sind gering“, heißt es auf der Arendseer Internetseite. Dort werden weitere Details erläutert. Wer Hilfe beim Schlichten benötigt, kann einen einfachen Antrag mit Namen sowie Anschriften der Parteien und dem Streitgegenstand stellen. Dies kann auch mündlich erfolgen.

Schiedsperson können sich bei folgenden Punkten einbringen: Zivilrechtliche Streitigkeiten, Ansprüche aus dem Nachbarrecht oder aus Ehrverletzungen. Auch Hausfriedensbruch, Beleidigung oder Sachbeschädigung können verhandelt werden. Diese findet in der Regel in einem dafür reservierten Sitzungsraum des Rathauses statt. Alle Streitparteien müssen dabei sein. In Gegenwart der Schiedsperson gilt es sich auszusprechen und bestehende Spannungen abzubauen. Wird im Gespräch Einigkeit erzielt, gibt es einen schriftlichen Vergleich. Gelingt dies nicht, ist der Klageweg eine Alternative.

Wer einen Antrag stellt, muss zunächst 50 Euro zahlen. Eine abschließende Gebühr liegt zwischen 15 und 50 Euro und wird mit dem Vorschuss verrechnet. Der Gesamtbeitrag liegt in der Regel bei maximal 75 Euro.

Von Christian Ziems

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