„Seien Sie misstrauisch!“

Polizei klärt in Rademin über altbekannte und neue Betrugsmaschen auf

Norman Wagner (r.), Präventionsbeamter der Salzwedeler Polizei, klärt im Rademiner Dorfgemeinschaftshaus über Betrugsmaschen auf.
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Norman Wagner (r.), Präventionsbeamter der Salzwedeler Polizei, klärte am Dienstag im Rademiner Dorfgemeinschaftshaus über Betrugsmaschen auf. Die Anwesenden konnten jedoch auch selbst manche Geschichte erzählen.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Die Runde in Rademin war mit Kuchen und Kaffee gemütlich, das Thema aber ernst: Im Dorfgemeinschaftshaus ging es am Dienstag um Betrugsmaschen vor allem älteren Mitbürgern gegenüber.

Rademin – Dazu war der Präventionsbeamte des Salzwedeler Reviers, Norman Wagner, in den Arendseer Ortsteil gekommen. Doch nicht nur er hatte viel zu erzählen, auch die Anwesenden konnten von einigen Erlebnissen berichten. Eine Frau sprach von versprochenen Gewinnen, für die aber zunächst ein Vorschuss gezahlt werden sollte. Eine andere Stimme sprach von einer Aufforderung, für einen vermeintlichen Gewinn ins weit entfernte Baden-Baden zu fahren.

Auch die abenteuerliche Zeit kurz nach der Wende, als die Ostdeutschen von vielen Verlockungen geradezu überschwemmt wurden, kamen bei den Rademinern zur Sprache. Eine Frau meinte, ihre Schwägerin hatte zu jener Zeit bereits zehn Autoschlüssel gewonnen. Nur das passende Auto dazu gab es nie.

Für Norman Wagner nichts Neues. Die Polizei lebe von Hinweisen, aber wohl nur die Spitze des Eisberges komme tatsächlich bei der Behörde an. Viele Klinken habe er geputzt, um Senioren, allerdings auch etwa Tankstellenmitarbeiter zu sensibilisieren. Denn nicht nur Bargeld wird von Betrügern ergaunert, sondern auch komplizierte Wege genutzt. Beispielsweise über Gutscheinkarten.

Der Polizeihauptmeister ging in Rademin auf viele bekannte Betrügereien ein, etwa falsche Polizisten und den berüchtigten Enkeltrick. Eine neue Masche sei es, nach Geld für ein teures Corona-Medikament zu fragen.

Und er hatte natürlich viele Tipps parat: So werde im Telefondisplay niemals der 110-Polizeinotruf angezeigt, Anrufer sollten selbst ihren Namen sagen und Gesprächsfallen stellen. „Seien Sie misstrauisch“, appellierte Wagner wiederholt in die Runde.

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