Nichts tun, was Notwehr überschreitet / Schwerpunkt Prävention

Polizei berät in Arendsee: Auch Einbrecher haben Rechte

Anja Reckleben und Fred Brehmeier gestern im Info-Bus des LKA. 
+
Anja Reckleben und Fred Brehmeier gestern im Info-Bus des LKA.

Arendsee – Die Polizei geht in regelmäßigen Abständen auf Tour. Sie will Bürgern zeigen, wie sie sich gegen Einbruch in ihre vier Wände schützen können.

Da gibt es moderne Schließanlagen, Meldesysteme, Metallriegel an den Türen und andere technische Mittel, die das Leben sicherer machen sollen.

Gestern waren Kriminalhauptmeister Fred Brehmeier und Anja Reckleben von der Verbraucherzentrale in Arendsee auf dem Marktplatz. Die AZ wollte wissen: Was aber nun, wenn alle diese Dinge plötzlich vom Einbrecher überwunden sind und der oder die Täter vor dem Eigentümer stehen?

Der Polizist verwies auf den Begriff Notwehr. Bedeutet, sich wehren zu können, wenn man selbst oder andere Beteiligte mit dem Tode bedroht werden. Das sei so definiert, doch auch Fred Brehmeier machte deutlich, dass es immer auf die konkrete Situation ankommt. Bleibt einem Bedrohten so viel Zeit, das einzuschätzen, um nicht Gefahr zu laufen, vielleicht selbst als Angeklagter vor dem Richter zu sitzen – angeklagt wegen Körperverletzung? Klar wird, dass ein Einbrecher, der plant, in ein Anwesen einzusteigen, wissen kann, dass er allein beim Klauen nicht niedergeschlagen werden darf. Wohl aber kann der Einbrecher festgehalten werden. So etwa in einen separaten Raum eingesperrt werden, bis die gerufene Polizei kommt.

Fred Brehmeier ging gestern auch auf die Nachbarschaftshilfe ein. Das sei eine gute Idee, sagte er, dürfe aber nicht dazu führen, dass Dritte zum Tatort eilen und den Täter Gewalt antun, indem sie ihn verletzten.

Ok. Die AZ hat verstanden. Deshalb gilt das Augenmerk der Polizei zuerst der Prävention. Auf die Sicherheit, die kostet. Der Einbrecher muss gehindert werden, ins Objekt einzudringen. Dafür die vielen Schlösser, Hebel und piependen Helfer, wenn sich eine Tür oder ein Fenster öffnet. Die dunkle Jahreszeit, so heißt es, ist die Zeit der Menschen, die glauben, anderen etwas wegnehmen zu können. Indem die intimsten Orte, die Wohnung oder das Geschäft, aufgesucht werden.

Die beiden gestern im Info-Bus der Polizei wollten auch insbesondere älteren Bürger Hinweise und Tipps geben. Übrigens: Auch zum Enkeltrick gab es Hinweise. Die Älteren müssten wieder sensibilisiert werden, hieß es.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare