Unterlagen werden vorbereitet

Pläne stecken in Behördenmühlen: Seesanierung weiter aktuell

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Der Arendsee ist nicht nur im Sommer beliebt. Wissenschaftler halten das Gewässer aber für „krank“.

Arendsee – Wurden die Pläne für die Sanierung des Arendsees ohne großes Aufsehen in eine Schublade geschoben? Diese Frage stellt sich, denn von den Verantwortlichen auf Stadt-, Kreis- und Landesebene war öffentlich dazu schon länger nichts mehr zu hören.

Auch um die Arbeitsgemeinschaft „Der Arendsee“, die in früheren Jahren für eine Diskussion-Plattform über und rund um die „Blaue Perle“ gesorgt hatte, ist es ruhig geworden.

Klarheit gibt es allerdings in einem Verwaltungsbericht des Altmarkkreises, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Dort ist von einer möglichen Abkehr von den Sanierungsplänen keine Rede. Das Kreis-Umweltamt müsste diese genehmigen, das Land hatte als Seeeigentümer bereits 2015 einen Antrag gestellt. Als Nächstes sollen Prüfungsunterlagen vorbereitet werden, heißt es im Bericht. Dabei geht es im Kern darum, ob die Natur im und um den Arendsee unter einer Sanierung möglicherweise leiden könnte.

Phosphor binden

Denn es ist geplant, chemische Mittel ins Wasser zu lassen. Das Polyaluminiumchlorid soll im See für Pflanzen erreichbaren Phosphor binden. Es handelt sich um ein kombiniertes Flockungs- und Fällungsmittel. Laut den vor Jahren vorgestellten Plänen soll das Mittel vom Boot aus im See verteilt werden. Der dauerhaft gebundene Phosphor könnte dann nicht mehr als Nahrungsgrundlage für Algen dienen.

Vor diesen wurde in Arendsee immer wieder gewarnt. So können beispielsweise Blaualgen allergische Reaktionen auslösen. 2018 habe es laut Einschätzung von Experten geringfügige Entwicklungen bei der Blaualge gegeben. Diese hatte aufgrund von günstigen Windbewegungen im Jahrhundert-Sommer allerdings kaum Auswirkungen auf den Badebetrieb. Es geht laut Einschätzung des Umweltamtes aber auch darum, die Sauerstoffverhältnisse im Tiefwasserbereich zu verbessern. Dorthin gelangen Badegäste jedoch nicht.

Infos für Einwohner

„Im Rahmen des Verfahrens ist die Beteiligung der ortsansässigen Bevölkerung und sonstigen Betroffenen geplant“, formulieren es Kreis-Mitarbeiter. Bislang war – abgesehen von immer weniger werdenden Veranstaltungen – davon nicht viel zu spüren. Da in den vergangenen Jahren auch Badehinweise und Verbote, die es immer mal wieder gab, ausblieben, sehen viele Einheimische die Situation eher gelassen.

Immer wieder gab es Ankündigungen seitens des Landes, saniert wurde bislang nicht. Wissenschaftler untersuchten beharrlich – eine Grundwasserader wurde als Hauptquelle für den Phosphoreintrag ausgemacht.

Zwischenzeitlich rückten andere Landesinitiativen in den Blickpunkt der Arendseer und ihrer Gäste. So pocht Sachsen-Anhalt auf Geld von Stegbesitzern, der sogenannte Wassercent sorgte bei Kommunalpolitikern für Unruhe. Denn auch das Betreiben der kommunalen Rutsche im Strandbad mit Seewasser ist nicht kostenlos, obwohl das nasse Element nach dem Rutschen wieder zurückfließt.

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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