Grundwasser belastet den Arendsee / Ist die Kanalisation undicht?

Phosphor: Ursache erforscht

Massenhafte Entwicklung von Algen gab es kurzzeitig auch im vergangenen Jahr. Ein Arendseer hielt die Situation am 19. Juni an der Badestelle unterhalb der Kaskade fest. Wissenschaftler favorisieren weiterhin die Ausfällung des Phosphors.
+
Massenhafte Entwicklung von Algen gab es kurzzeitig auch im vergangenen Jahr. Ein Arendseer hielt die Situation am 19. Juni an der Badestelle unterhalb der Kaskade fest. Wissenschaftler favorisieren weiterhin die Ausfällung des Phosphors.

Arendsee. Die Vermutungen der Wissenschaftler haben sich bestätigt: Über das Grundwasser gelangt der größte Teil des Phosphors in den Arendsee.

Damit ist die Nahrungsgrundlage für die Algen gegeben, die bei massenhafter Entwicklung die Wasserqualität verschlechtert und das Badevergnügen trüben. Laut dem Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) besteht kein Zweifel mehr: „Der Haupteintragspfad ist das belastete städtische Grundwasser. “ Darüber informierte Mitarbeiter Jörg Lewandowski auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Doch diese Klarheit führt zu neuen Problemen. „Nicht geklärt werden konnte die Frage, ob es sich um eine Altlast handelt, die noch über Jahrzehnte den Arendsee belasten wird oder ob es gar noch aktuelle Quellen gibt“, so Jörg Lewandowski und weiter: „Eine immer wieder diskutierte Variante sind gegenwärtige oder frühere Undichtigkeiten der Kanalisation. Dies kann jedoch weder belegt noch widerlegt werden.“

Das Thema undichte Kanalisation soll während einer Tagung aufgegriffen werden. Insgesamt 80 Fachleute aus Behörden, Ingenieurbüros sowie der Wissenschaft treffen sich vom 18. bis 21. März im Luftkurort. Sie diskutieren über die Sanierung und Restaurierung von Seen sowie deren Einzugsgebieten. Auch die Auswirkung des Klimawandels auf die Gewässerzustände soll eine Rolle spielen.

Das IGB organisiert am 19. März im Integrationsdorf gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft „Der Arendsee“ eine öffentliche Veranstaltung. Es geht um das Thema „Seen-therapie“.

Was die „Blaue Perle“ betrifft wird eine chemische Ausfällung des Phosphors favorisiert. Alljährlich gelangen laut der Forscher rund zwei Tonnen in das Wasser, das ökologische System kann aber nur etwa die Hälfte abbauen. Inzwischen haben sich rund 25 Tonnen Phosphor angesammelt. Diese Menge soll mit der Ausfällung beseitigt werden. Doch langfristig wird ein Erfolg wohl nur möglich sein, wenn nicht mehr so viel Phosphor in den See gelangt.

Auf die Frage, wie es mit dem Projekt Sanierung des Arendsees weitergeht hält sich das Institut bedeckt. „Das liegt außerhalb unserer Zuständigkeit. Wir haben die notwendigen Voruntersuchungen durchgeführt und die Erfolgsaussichten von Maßnahmen betrachtet. Die Sanierung wird von den zuständigen Behörden koordiniert und beauftragt“, machte Jörg Lewandowski abschließend deutlich. Da das Land Eigentümer des Arendsees ist, muss sich der Landtag zu weiteren Schritten und möglichen Investitionen positionieren. Wann dies der Fall ist, bleibt offen.

Von Christian Ziems

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare