Kleiner Arendseer Ortsteil hält seit 90 Jahren an der Tradition fest

Pferde und Traktoren: Pfingsten in Dessau

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Die Zuschauer hatten ihren Spaß, und der Fanclub aus Niederndodeleben machte so richtig Stimmung. Das Pfingstfest in Dessau wird seit rund 90 Jahren gefeiert. An dieser Tradition halten die Organisatoren weiterhin alljährlich fest.

Dessau. „Das Dorffest feiern wir schon seit über 90 Jahre und ich bin froh, dass bei dem schönen Wetter wieder so viele Besucher zu uns gekommen sind “, freute sich Jörg Liestmann von der Dessauer Feuerwehr. Er und seine fleißigen Helfer hatten alles vorbereitet.

Das Kränzchenreiten mit und ohne Pferd durfte nicht fehlen, und auch in diesem Jahr fand der Wettbewerb zusätzlich auch mit Traktoren statt. Das Kampfgericht Erwin Köhnke und Karola Böttcher hatte alles im Griff – und sorgte für so manche lustige Ansage. Nichts zu lachen hatten die Kränzchenaufstecker Heinz Leppin und Dirk Reeder, da der böige Wind ihre Arbeit oft wieder zunichtemachte.

Mit einer rasanten Fahrt zeigte Gustav Kleinknecht, dass er noch zu den Besten gehört. Der Lohner holte sich den 1. Platz, unangefochten.

Gustav Kleinknecht aus Lohne war nicht zu schlagen. Er setzte sich nach zwei Durchgängen und einem Stechen auf Caramba mit zehn Kränzen in einer Zeit von 4,95 Sekunden durch. Der zweite Platz ging an Dorothee Liestmann auf Klitten (5,45 Sekunden) und deren Tochter Swenja auf Wilma (5,70 Sekunden) Einen Ehrenpreis gab es für Anna Maria Franke. Als einzige Starterin bei den Kindern holte sie auf ihrem Pferd Rebell sieben Kränze in der Zeit von 11,6 Sekunden.

Anne-Marie Franke bekam als einzige Starterin bei den Kindern einen Ehrenpreis. Axel Tiemann und Peter Böttcher (l.) gratulieren.

Spannend ging es bei den Gespannen zu. Seriensieger Gustav Kleinknecht wollte den Wanderpokal gewinnen, den er im Vorjahr gegen Volker Groß aus Arendsee verloren hatte. Im Stechen legte der Lohner mit einer Zeit von 5,06 Sekunden. eine Zeit vor, die von keinem anderen Kutschenteam erreicht wurde. Udo Möllmann aus Mechau (6,56 Sekunden) wurde Zweiter, gefolgt von Armin Dikau aus Sanne (6,69 Sekunden). Volker Groß verlor einen Kranz und wurde mit der zweitschnellsten Zeit von 5,25 Sekunden Fünfter.

Zur Freude der Veranstalter nahm auch ein Damenteam teil. Kristin Franzel von der Lebe in Mechau erreichte einen guten 4. Platz. Dass es bei den Wettbewerben auch lustig zugeht, zeigte das Team von Udo Möllmann. Er hatte als Kränzchenstecher Uwe Schott aus Niederndodeleben dabei, der gleich mit einem ganzen Fanclub angereist war, der nicht nur bei seinen Fahrten für viel Stimmung sorgte. Dieser bereits alte und volkstümliche Reitsportwettbewerb ist etwas für Pferdefreunde in allen Altersgruppen, dies zeigten Friedrich Klensmann aus Zedau und Armin Dikau aus Sanne. Während Friedrich im Alter von zehn Jahren noch eine Bank benötigte, um an die Kränze zu gelangen, fuhr Armin Dikau im Alter von 81 Jahren mit viel Erfahrung durch die Stangen.

Susan und Karsten Stern durften eine Runde mit der Kutsche fahren, das Geschenk des Monats zur Hochzeit.

Eine Überraschung hatten die Dessauer Frauen für Susan und Karsten Stern vorbereitet. Diese hatten im Juni 2017 geheiratet und bekamen von den Frauen ein Jahr lang jeden Monat ein Geschenk. In diesem Monat stand eine Kutschfahrt an.

Thorsten Boddeutsch beim Kränzchenreiten auf seinem alten, sowjetischen Traktor vom Typ MTS. Für einen der vorderen Plätze reichte es auch – aber wichtig war der Spaß. 

Dann folgten die Wettbewerbe der Traktoren. Nach zwei Durchgängen und einem Stechen siegte Mathias Marschner mit seinem Hanomag mit zehn Kränzen in der Zeit von 7,94 Sekunden vor Olli Lüdtke und Torsten Boddeutsch (10,22 Sekunden), beide aus Dessau. Dass ihre Hanomag, Foton, MTS 50 oder sogar Porsche auch schnell laufen, zeigten die Fahrer dann beim 60-Meter-Rennen. Da traten unter anderem starke Traktoren aus alter sowjetischer Produktion gegen kleine Eicher Diesel Leopard Oldtimer oder sogar die berühmten Geräteträger RS 09 aus der DDR gegeneinander an. Sieger bei diesem Spaßwettbewerb wurde Nico Schmidt aus Plathe vor Oliver Lüdtke aus Dessau und Friedrich Löber aus Arendsee. Sehenswert war hier auch der Lanz-Bulldog von Constanze Herrmann und Patrick Grahn von 1939. Beide gehören dem Oldtimer-Stammtisch im Schloss Calberwisch an.

Die Kinder freuten sich über Bonbon-Regen und auf dem Platz vor der Halle gab es etliche Spielgeräte für die Jüngsten zum Ausprobieren. In der Halle gab es Tattoos, die wieder verschwinden.

Von Eckehard Schwarz

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