Die Raute im Herzen und auf der Brust

Paul-Gerhard Gerle hofft auf HSV-Aufstieg

Paul-Gerhard Gerle auf seiner privaten HSV-Bank in Arendsee
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Die Raute ist immer dabei: Paul-Gerhard Gerle ist nicht nur HSV-Fan, sondern auch Fanclub-Ansprechpartner.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Am heutigen Freitag startet die neue Saison der 2. Fußball-Bundesliga. Mit dabei sind einige Teams, die viele Jahre im Oberhaus gespielt haben und nun wieder nach oben wollen. Die AZ hat Fans dieser Mannschaften befragt. Im dritten und letzten Teil geht es um Paul-Gerhard Gerle und seinen Klub – den Hamburger Sportverein.

Arendsee – „Wir sind in der 2. Liga angekommen. Da kann man sich für den Namen nichts mehr kaufen“, sagt Gerle nach drei enttäuschenden Spielzeiten im deutschen Unterhaus über seinen Herzensverein. Die Erfahrung habe gezeigt: Gegen Spitzenteams habe der HSV immer gut gespielt, aber nicht gegen die Kellerkinder. Und dann gab es auch noch jedes Mal die Herbstmeisterschaft, aber am Ende nur den undankbaren vierten Platz.

Der einstige Bundesliga-Dino HSV hat Demut gelernt, entsteht von außen der Eindruck. Dass es wieder nichts mit dem Aufstieg werden würde, habe Paul-Gerhard Gerle schon früh in der Rückrunde gemerkt. Der unbedingte Wille sei nicht mehr zu erkennen gewesen.

Der gebürtige Niedersachse, seit 1990 in Arendsee, kennt noch die glorreichen, alten Zeiten Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre, die mit dem Landesmeister-Titel wohl ihren Höhepunkt fanden. Seit 53 Jahre trage er die Raute im Herzen, sagt Gerle über sich selbst. Seit 1977 hat er regelmäßig das Volksparkstadion besucht; viele seiner Idole hat er später auch persönlich kennengelernt.

Er sei immer in HSV-Kleidung unterwegs, so der 68-Jährige. Seine Familie kenne ihn nicht anders.

Das Abstiegstrübsal, das die Anhänger von Schalke und Bremen (ein Wort, welches Paul-Gerhard Gerle nur höchst ungern in den Mund nimmt) noch ganz frisch in Erinnerung haben, liegt beim HSV-Jünger schon eine Weile zurück. Aber der Arendseer kann sich noch gut daran erinnern. Erst zuhause habe er realisiert: „Du bist nicht mehr mit dabei“, sagt er.

Von der neuen Saison verspricht sich Paul-Gerhard Gerle einigen Zündstoff. Das pikante Nordderby gegen den Rivalen von der Weser ist nach Jahren zurück. Gerle spricht außerdem von Dresden und Rostock. Die ersten Spiele werden richtungsweisend sein, meint der Arendseer. Er hofft auf den Aufstieg des HSV – „um nicht der Dino der 2. Liga zu werden.“

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