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Intensive Diskussion mit dem Stadtchef im Sanne-Kerkuhner Ortschaftsrat

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Von: Jens Heymann

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Während der Sanne-Kerkuhner Ratssitzung am Mittwochabend kam es zum verbalen Duell zwischen Bürgermeister Norman Klebe (l.) und Ortschef Jens Reichardt (r.).
Während der Sanne-Kerkuhner Ratssitzung am Mittwochabend kam es zum verbalen Duell zwischen Bürgermeister Norman Klebe (l.) und Ortschef Jens Reichardt (r.). Die übrigen Anwesenden hörten dann meist zu. © Heymann, Jens

Gemessen an der recht langen Gesamtdauer der Sanne-Kerkuhner Ortschaftsratssitzung am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus ist der im Vorfeld erwartete Schlagabtausch zwischen Ortsbürgermeister Jens Reichardt und Einheitsgemeindebürgermeister Norman Klebe kurz, aber dennoch recht knackig gewesen.

Sanne – Dass es eine verbale Konfrontation geben könnte, ließ sich bereits aus der Tagesordnung herauslesen. Dort hatte Reichardt nämlich in einem Punkt Informationen von der Stadtverwaltung über die Abarbeitung der Dauerthemen in der Ortschaft verlangt. Davon gibt es in Sanne-Kerkuhn, wie in fast allen Ortschaften, so einige, die sich über die Jahre angestaut haben und scheinbar nach wie vor der Abarbeitung bedürfen. Beispielsweise das Notstromaggregat, für das ein Anschluss im Dorfgemeinschaftshaus verlegt werden soll. Ebenso Pflegearbeiten am Schernikauer Weg. Und noch recht neu: die Nutzung der Mittel aus dem Separationsvermögen.

Beim Schernikauer Weg nagelte Reichardt seinen Bürgermeister direkt fest: Wann werde dieser gemacht?, wollte er unmissverständlich wissen. 17 300 Euro stünden dafür aus Sanner Separationsvermögen zur Verfügung.

Als Norman Klebe erklärte, sein Bauamt könne die Bankettpflege mit einer Ausschreibung in die Wege leiten, fasste Reichardt dies als verbindliche Zusage auf. Zusätzliche Ausweichbuchten – ein weiterer Sanne-Kerkuhner Wunsch – seien allerdings nicht förderfähig, hatte Klebe schon vorher erklärt.

Ortsbürgermeister Reichardt sieht das Arendseer Separationsvermögen, das beispielsweise aus Pachteinnahmen alter, ehemals gemeinschaftlich genutzter Flurstücke herrührt, am sinnvollsten so eingesetzt, dass für die Einheitsgemeinde am meisten herauskommt. Alleine sei kaum eine Ortschaft in der Lage, in überschaubarer Zeit ein Projekt zu finanzieren, hieß es. Bereits im Januar hatte es im städtischen Bauausschuss (dem sowohl Klebe als auch Reichardt angehören) eine Verständigung gegeben, jeweils 50 000 Euro Separationsgelder in den Erhalt bzw. den Neubau von Wegen zu stecken.

Norman Klebe warnte nun in Sanne davor, Streitigkeiten unter den Ortschaften heraufzubeschwören. Die würden nämlich entstehen, wenn angesammelte Separationsgelder einer Ortschaft für ein Bauprojekt einer anderen verwendet würden. Im Gegensatz zu Salzwedel sei dies nicht die Politik Arendsees, erklärte Klebe sinngemäß und führte die Windparkeinnahmen Fleetmarks als Beispiel an.

Der Chef der Verwaltung wiederholte seinen Appell, den direkten Weg zum Rathaus in Arendsee zu suchen. Werde stattdessen die „große Hafenrunde“ über Kreis- und Landesbehörden gedreht, sei der Arbeitsaufwand ein anderer. Damit meinte Klebe direkt sein Gegenüber Reichardt. Den Vorwurf, stur an eigenen Ansichten festzuhalten, gab es beiderseits.

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