Debatte über geplanten Solarpark in Schernikau

Ortschaftsrat Vissum will die Allgemeinheit stärker beteiligen

Lageplan Solarpark Schernikau
+
Schernikau Solarpark Lageplan
  • vonBeate Achilles
    schließen

Auf einer gepachteten, etwa 14 Hektar großen Agrarfläche des Landwirts Burkhard Thiede will die Firma Buß Solar aus Borken einen Solarpark errichten. Darüber debattierte der Ortschaftsrat Vissum.

29 000 Solarmodule sollen etwa 50 Prozent der Fläche überdecken. Die Anlage soll bis zu 12,8 Gigawattstunden (GWh) Sonnenstrom pro Jahr produzieren.

Bürger sollen Anteile erwerben können

Bevor am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus von Schernikau der Vissumer Ortschaftsrat zusammenkam, präsentierte das Unternehmen das Vorhaben vor Ort der Öffentlichkeit. „Unser Ziel ist es immer, frühzeitig alle Bürger mit einzubeziehen“, erklärte Andre Buß, Geschäftsführer von Buß Solar, im Nachgang der AZ. Es solle schließlich ein Bürgersolarpark werden, an dem sich Bürger aus Schernikau auch finanziell beteiligen können. „Sie werden eigene Module und Wechselrichter erwerben können, um an der Wertschöpfung der Fotovoltaikanlage teilzuhaben“, sagte Buß der AZ. Jeder Schernikauer könne Anteile von mindestens zwölf KwP erwerben, wobei der Preis für ein KwP bei etwa 650 Euro liegen werde. Eine Bruttorendite von ca. acht Prozent pro Jahr sei damit zu erzielen.

Die Frage, wie die Bürger vor Ort von dem Projekt profitieren könnten, diskutierte im Anschluss an die Projektpräsentation auch der Vissumer Ortschaftsrat. 20 000 Euro „Konstruktionsabgabe“ habe der Betreiber der Einheitsgemeinde Arendsee angeboten, hieß es. Die Hälfte davon könnten direkt an die Ortschaft Vissum fließen.

Speicher für den Solarstrom gefordert

Diesen Betrag sah der stellvertretende Ortsbürgermeister Olaf Ollendorf als zu gering an: „20 000 Euro sind zu wenig“, monierte er. „Es muss ein nachvollziehbarer, angemessener Betrag sein.“ Auch Ortsbürgermeister Uwe Hundt stimmte zu, dass der Betreiber die Konstruktionsabgabe noch erhöhen sollte.

Ollendorf brachte zusätzlich die Forderung nach einem Energiespeicher ins Spiel, den der Betreiber aufstellen solle, damit die Dorfgemeinschaft in ihrer Stromversorgung autark werden könne. Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen erklärte sich der Ortschaftsrat mit dem Bauvorhaben einverstanden, wenn auch die Umwidmung von landwirtschaftlichen Flächen für die Energiegewinnung kritisch gesehen wurde. „Die verpachtete Agrarfläche hat einen Bodenwert von 40 und ist damit ein Boden, auf dem sich durchaus noch Erträge erzielen lassen“, gab Ollendorf zu bedenken. Buß Solar hält dem entgegen, dass auch die eher geringen Niederschläge in der Gegend zu berücksichtigen seien. Nach 30 Jahren sei es außerdem möglich, die Flächen wieder landwirtschaftlich zu nutzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare