Druck aus Mechau auf Arendsee

Ortschaftsrat Mechau fordert Ausbau der Straßenverbindung nach Binde

Loch in der Straße Mechau-Binde.
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Wie ein Granattrichter zeigt sich dieses Loch auf der Straße Mechau-Binde.

Sie verstehen sich als gewählte Volksvertreter, aber auch als Einwohner des Ortsteiles Mechau – die Ortschaftsratsmitglieder. Und diese haben nun mit einer Petition an den Stadtrat gefordert, sich der Verbindungsstraße Mechau-Binde endlich anzunehmen.

Mechau (von Harry Güssefeld) – „Zum 1. Januar 2011 wurde die Gemeinde Mechau in die Einheitsgemeinde Stadt Arendsee zwangsweise eingemeindet“, heißt es in dem Papier, das den Stadträten am Dienstagabend vorlag. Und seit diesem 1. Januar 2011 bemühe sich der Ortsteil Mechau um Gehör in entsprechenden Ausschüssen und im Stadtrat, den desolaten Ausbauzustand zu verbessern. „Bislang leider ohne Erfolg“, heißt es weiter. Gerade aber wegen der Randlage sei diese Verbindung eine wichtige Ader für den Ort. Viele Eltern müssten diesen Weg nutzen, um ihre Kinder in die Kita zu bringen und abzuholen. Wegen des kürzeren Weges zu Einkaufsmöglichkeiten fahren gerade ältere Einwohner nach Arendsee, Behördengänge eingeschlossen. Arbeiter und Angestellte, die von auswärts kommen und in Mechau arbeiten, würden den Weg nutzen – auch Transporter, die oft per Navi auf den Weg geschickt werden, ohne zu ahnen, welchen Zustand dieser hat. Landwirtschaftliche Fahrzeuge mit ihren Überbreiten zwingen entgegenkommende Fahrzeuge dazu, über den Seitenstreifen hinweg auszuweichen. „Bei Unfällen auf der B 190 wird diese Verbindung als Umleitung ausgeschildert und genutzt“, heißt es in der von allen Ortschaftsratsmitgliedern unterzeichneten Petition. Zu der Idee, den Umweg über Ritzleben in Kauf zu nehmen, erklärte das Gremium: „Zeit ist eine der Kostbarkeiten im Leben, wie auch in der Wirtschaft. Und über Ritzleben würden die Eltern 20 000 Kilometer im Jahr mehr fahren“, stellen die Unterzeichner fest.

„Noch vor 2011 hat die Gemeinde Mechau Planungen für die Sanierung in Auftrag gegeben. Diese lägen beim Planer vor“, schreiben die Mechauer. Um diesen ihrer Meinung nach unhaltbaren Zustand zu ändern, werde der Stadtrat nachdrücklich gebeten, sich seiner Verantwortung zu stellen. „Zumal ein nicht unerheblicher Teil der Einnahmen der Stadt Arendsee aus unserem Ort kommen“, so die Mechauer. Es könne nicht sein, dass der Stadtrat das Thema fast zehn Jahre lang verdrängt und „wir mit unserem Problem allein gelassen werden.“ Mechaus Ortschaftsrat lehnt zudem eine Abstufung und einen Ausbau zum ländlichen Weg ab.

Die Fraktion Arendsee-Land / Freie Liste unterstützt mit einem Antrag die Forderungen der Mechauer. Darin heißt es: „Der Stadtrat der Stadt Arendsee beauftragt den Bürgermeister, die 2009 begonnenen Vorplanungen zur Sanierung der Ortsverbindungsstraße Binde-Mechau zu aktualisieren und zusammen mit einem Finanzierungsvorschlag bis zum 31. Oktober 2021 dem Stadtrat vorzulegen.“ In der Begründung heißt es, dass die Ortsverbindungsstraße Binde-Mechau 2003 von einer Kreisstraße zur Gemeindestraße herabgestuft und in die Trägerschaft der damaligen Gemeinden Binde und Mechau übergeben wurde. „Der Altmarkkreis Salzwedel entledigte sich damit einer Kreisstraße im unsanierten Zustand“, machen die Stadträte deutlich. Die Fraktion Arendsee-Land / Freie Liste wies auf die Bedeutung des Ortsteiles Mechau als Gewerbestandort sowie die Bedeutung der Straße hinsichtlich des Brand- und Katastrophenschutzes hin. „Eine Sanierung dieser Gemeindestraße ist nicht nur sinnvoll, sondern dringend erforderlich“, heißt es in der Forderung. Der Antrag wurde am Dienstag mehrheitlich angenommen.

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