Kommunale Seeparzellen: Stadt kündigt Verträge und will künftig mehr Pacht

„Nicht für einen Apfel und ein Ei“

Der Uferbereich mit Parzellen, auf denen keine Wohnhäuser gebaut werden dürfen, ist beliebt: Einige sind in Privatbesitz, ein Teil gehört der Stadt. Für diese Grundstücke soll eine Ausschreibung erfolgen, die Verträge werden gekündigt. Luftbild: Fotostudio Wunberger

Arendsee. Sie sind begehrt und derzeit in festen Händen: Die Grundstücke direkt am Arendsee bieten Platz für Erholung. Doch bei den kommunalen Parzellen stehen Veränderungen an. Die Stadt kündigt bis Ende September alle Verträge.

Dies bestätigte Bürgermeister Norman Klebe auf Nachfrage der AZ. Hintergrund: Die Pachteinnahmen sollen erhöht werden – der Stadtrat hat sich dafür ausgesprochen. Doch zunächst gilt es, die Kündigungfristen, die drei Monate betragen, einzuhalten.

Für die Zeit danach gibt es bereits Vorstellungen. „Wir werden alle Grundstücke neu ausschreiben. Jeder Interessierte kann sich bewerben, natürlich auch die jetzigen Nutzer“, so das Stadtoberhaupt. Ob diese auch den Zuschlag erhalten, ist aber offen. Das Prozedere wird so ablaufen, dass Bewerbungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes abgegeben werden können – die Höchstgebote erhalten den Zuschlag.

„Wir werden die Ausschreibung transparent gestalten“, kündigte Norman Klebe an und erklärte, wie es zu diesem Schritt kam. Die jetzigen Verträge für die über zehn städtischen Grundstücke sind um die 20 Jahre alt und entsprechen nicht mehr den Vorstellungen des Stadtrates. Knackpunkt sind die Pachtpreise: „Die liegen pro Quadratmeter im Centbereich. Das ist lächerlich“, sieht auch der Bürgermeister die Chance, mehr einzunehmen und betonte, dass die Stadt in der Konsolidierung auf jeden Euro angewiesen ist.

Vor einigen Wochen wurden bei einem Pachtwechsel am Seeufer wesentlich bessere Konditionen vereinbart, dies soll nun auch bei allen anderen Parzellen gelingen. „Bei der Lage gibt es die Grundstücke nicht für einen Apfel und ein Ei“, unterstrich Arendsees Bürgermeister. Was die Einheitsgemeinde am Ende tatsächlich einnehmen kann, wird die geplante öffentliche Ausschreibung in den nächsten Monaten zeigen. Gerüchten, dass die Stadt die Parzellen zum Verkauf anbietet, widersprach Norman Klebe gestern Nachmittag allerdings: „Das ist definitiv nicht vorgesehen, es wird weiterhin verpachtet.“

Von Christian Ziems

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