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Neulingen-Gestien und Schrampe-Kaulitz: Fragen zur Wege-Finanzierung bleiben

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Von: Jens Heymann

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Vom Verbindungsweg Schrampe-Kaulitz ist bereits eine Menge Fahrbahn weggebrochen.
Vom Verbindungsweg Schrampe-Kaulitz ist bereits eine Menge Fahrbahn weggebrochen. Über eine Sanierung wurde erneut in Arendsee gesprochen. Die Finanzierung einer solchen Maßnahme scheint aber noch unklar. © Privat

Zwischendurch schien es, als ob der zeitweise intensiv diskutierte Ausbau von ländlichen Wegen – mit dem Radtourismus im Hinterkopf – in der Region Arendsee wieder eingeschlafen war. Kurz vor Jahresende ist dann doch noch einmal Fahrt in die Sache gekommen.

Arendsee – Der Arendseer Bauausschuss befasste sich während seines planmäßig letzten Treffens 2022 im Rathaus mit zwei Strecken, die für eine Ertüchtigung ins Auge gefasst worden sind. Konkret ging es um die Finanzierung von Baumaßnahmen und die notwendige Zuhilfenahme von Fördermitteln.

Bei den Wegen handelt es sich um die Verbindungen zwischen Schrampe und Kaulitz sowie zwischen Neulingen und Gestien. Letztere ist Bestandteil einer Ausbaustudie über 15 potenziell als Radwege nutzbare Strecken, die 2021 der Öffentlichkeit präsentiert worden war. Der Abschnitt ist rund 3,5 Kilometer lang. Im Gespräch ist ein Ausbau mit Betonspurbahnen.

Schrampe-Kaulitz existiert bereits als Asphaltpiste. Es geht hierbei vorrangig um den rund 1,2 Kilometer langen Abschnitt im bzw. entlang des Waldes, der sich aufgrund zahlreicher Huckel mittlerweile nur noch sehr unrund befahren lässt. Das haben während der Vollsperrung der B 190 zwischen Binde und Kläden auch Autofahrer gemerkt, die die Strecke als Schleichweg nutzten.

Was in diesem Jahr für die Stadt Arendsee hinzukam, war die Möglichkeit, das frisch zugeordnete Separationsvermögen für Sanierung bzw. Ausbau zu verwenden. Rund 273 000 Euro wurden seitens des Bauamtes als Gesamtwert angegeben, über die Arendsee als übergeordnete Gemeinde – zumindest in der Theorie – verfügt (beispielsweise Pachteinnahmen aus ehemals gemeinschaftlich genutzten Flächen). Schrampe-Kaulitz und Neulingen-Gestien seien Separationswege, für die das zweckgebundene Geld eingesetzt werden könnte, so die Information aus dem Bauausschuss.

Im Prinzip ist dieser Sachverhalt seit Januar bekannt; schon damals wurde über die Mittelverwendung zum Ausbau von Wegen gesprochen. Einige Fragen dazu tauchen seitdem aber weiterhin hartnäckig auf. Etwa die, ob die Gelder aus den Einzelseparationsgemeinschaften alle in einen Investitionstopf geworfen werden sollen.

Im Fall Schrampe-Kaulitz könnten zirka 30 000 Euro an Separationsgeldern herangezogen werden. Mit dem richtigen Förderprogramm ließe sich da möglicherweise bereits der Eigenanteil einer abschnittsweisen Sanierung stemmen. Bei Neulingen-Gestien sind es hingegen lediglich etwa 3130 Euro Separationsgelder. Die geschätzten Baukosten für den Weg liegen jedoch bei 600 000 Euro. Selbst bei 95-prozentiger Förderung würden nur zehn Prozent des Eigenanteils (30 000 Euro) abgedeckt werden. Eine Finanzierung allein auf diese Weise wäre über viele Jahre nicht möglich.

Wie geht es nun weiter? Die Stadtverwaltung hat Fördermöglichkeiten von 75 Prozent ausgelotet. Aus den Stadtratsreihen wurde ein Programm mit 95 Prozent Förderquote vorgeschlagen.

Der Bauausschuss sprach auch über den Weg Ziemendorf-Harpe. In diesem Fall handelt es sich nicht um einen Separationsweg, dafür aber um einen Teil des Altmark-Rundkurses – was andere Möglichkeiten eröffnet.

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