Gaststätte beim Amtsgericht zwangsversteigert / Arendseer bekam Zuschlag

Neuer Besitzer am Strand

Die Strandgaststätte an der Arendseer Lindenstraße. Sie ist in den Strandbereich der Luftkurort-Arendsee-GmbH integriert, ist aber in Privatbesitz. Seit gestern gehört sie Udo Matuscheck, einem Campingplatzbetreiber aus der Seestadt. Foto: Güssefeld

Arendsee. Die Strandgaststätte im Bereich des Arendseer Strandbades ist gestern am Amtsgericht Salzwedel versteigert worden. Nach Recherchen der Altmark-Zeitung bekam Udo Matuscheck aus Arendsee den Zuschlag.

Zuvor hatte die Immobilie dem Unternehmer Reinhard Heidemann aus Heiligenfelde gehört.

Der neue Besitzer betreibt an der Lüchower Straße in Arendsee einen Campingplatz. Bereits vor einigen Jahren hatte er Kontakt zum damaligen Besitzer aufgenommen. Ein Kauf kam aber nicht zustande. Gestern nun klappte es: Eine Mitbieterin stieg zwischenzeitlich aus, so dass die Gaststätte samt Grundstück für rund 131 000 Euro an Matuscheck ging. Reinhard Heidemann, der Gast auf der Zwangsversteigerung war, erklärte gestern gegenüber der AZ, dass er dem neuen Besitzer „alles Gute“ wünscht. „Ich freue mich, dass ein Arendseer den Zuschlag erhalten hat. Und ich wünsche ihm mehr Glück als mir, vor allem bei der Zusammenarbeit mit den Stadtoberen“, so Heidemann.

Die immobile war zu DDR-Zeiten als HO-Selbstbedienungsrestaurant gebaut worden. Hunderttausende Goldbroiler gingen damals über den Thresen der staatlichen Handelsorganisation. Millionen Stück Kuchen und Kaffee verspeisten damals die Gäste am Strand. Mit der Wende übernahm Reinhard Heidemann das Haus, modernisierte es und führte es als gehobene Gaststätte weiter. Das Konzept ging aber nach eigenen Angaben nicht auf, die Kosten überstiegen das, was eingenommen wurde. So ging es als Imbissbetrieb weiter. Doch dann gab der Besitzer auf. Zuletzt hatte die Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg die Hand auf der Immobilie.

Die Gaststätte ist wichtig für die Luftkurort-Arendsee-GmbH. Zwischen ihr und Reinhard Heidemann hatte es jahrelange Verstimmungen gegeben, weil der Grund und Boden des Biergartens zur Immobilie gehörte – die Strandbühne aber der Stadt. So waren Querelen vorprogrammiert. Beide Partner ließen des Öfteren Muskeln spielen. Einen Sieger gab es nie.

Michael Meyer, Chef der Luftkurort-Arendsee-GmbH, wollte sich gestern zu dem Ergebnis der Versteigerung nicht äußern.

Von Harry Güssefeld

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