Pflanzen wissen sich zu helfen / Bademöglichkeiten sind größer geworden

Neue Strände und trockenes Schilf am Arendsee

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Von Wasser nichts zu sehen: An der Festwiese „Bleiche“ lässt sich gut beobachten, wie der See immer kleiner wird. Laut Kreis fehlen 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser.

Arendsee – Der Arendsee hat eine Menge Wasser (Altmark-Zeitung berichtete) verloren, die Folgen sind vielerorts zu sehen. Zur Freude mancher Gäste entstanden neue kleine Strände, die manchmal hinter Gebüsch erst auf dem zweiten Blick zu sehen sind.

Platz für so manches Handtuch, wo sich sonst das nasse Element befand.

Diese Entwicklung lässt sich zum Beispiel zwischen Seniorenheim und „Quelle“ gut sehen. Dort nagte der Arendsee vor einigen Jahren noch am Ufer, inzwischen hat er sich etliche Meter zurückgezogen. Die Wellenbrecher liegen zum größten Teil frei, dahinter bilden sich kleine Sandbänke. Auch der Bereich unterhalb des Altenpflegeheims, der insbesondere von Einheimischen für eine Erfrischung genutzt wird, hat deutlich an Volumen gewonnen.

Anderen Orts kommt die Technik an ihre Grenzen. Nicht nur im Strandbad gibt es Probleme, Wasser für Attraktionen aus dem See zu fördern. Auch das Rohr, über das das Wasserspiel an den Kaskaden betrieben wird, schaut fast aus dem Wasser.

Lockt zum Baden: Hinter einem maroden Wellenbrecher hat sich eine Sandbank gebildet.

Ebenfalls trocken ist es im Schilfgürtel. Die Tierwelt nutzt diesen normalerweise als Rückzugsort. Dies funktioniert aber nicht mehr für alle Arten, Fische haben das Nachsehen. Dem Schilf selbst macht die Trockenheit aber kaum zu schaffen. Die Experten des Umweltamtes zeigten sich auf Nachfrage der AZ entspannt. „Durch das tiefgehende Wurzelwerk des Schilfs können dort auch die tieferen Wasservorkommen genutzt werden“, heißt es. Die Wurzeln reichen bis zu zwei Meter in den Erdboden. So können sie gegebenenfalls auch den Grundwasserzustrom anzapfen.

Der Eindruck, den Spaziergänger bekommen, ist außergewöhnlich. Einige trockene Stellen im Schilf wirken so, als wenn jemand eine Art Steingarten angelegt hat. Der Röhricht steht unter Schutz, die Untere Naturschutzbehörde pocht auf geltende Regeln, und diese wurden in einem Flyer veröffentlicht.

So gilt es, Abstand zu halten, der Schilfgürtel darf nicht betreten werden. Auch das Hineinfahren per Boot, egal wie vorsichtig, kann das empfindliche Naturgleichgewicht aus der Waage bringen. Denn Tiere halten sich dort nicht nur während der Brutzeit auf.

VON CHRISTIAN ZIEMS

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