Filmcamp und bis zu 80 Schulkinder im Örtlichen bringt große Probleme

Neue Lösung für Sommerhort gesucht

+
Am Tag der Eröffnung des Sommerhortes im Filmcamp hatten sich die Verantwortlichen darauf geeinigt, die Sache positiv zu bewerten. Doch es hat sich gezeigt, dass kleine Kinder und ein professionelles Filmcamp doch nicht zu vereinen sind

Arendsee. Als sich die Verwaltung in Arendsee entschlossen hatte, das Filmcamp und den Sommerhort gemeinsam im Örtlichen Ferienlager stattfinden zu lassen, gab es mahnende Worte. Im Vorfeld. Auch von der Hortleiterin selbst.

Nach Beginn des Hortes mühten sich alle Verantwortlichen, nach Außen hin alles gutzureden. Doch hinter den Kulissen rumorte es.

„Es gab enorm viel Kritik, vor allem bei Facebook machten sich Mütter ihrem Unmut Luft“, erzählte Anja Schrader, Hauptamtsleiterin im Arendseer Rathaus, während der Sozialausschusssitzung am Mittwoch im „Haus des Gastes“. Doch Facebook sei für sie nicht relevant. „Ich sitze im Rathaus und das wissen alle, die Kritik anbringen wollen“, sagte Anja Schrader. 

Für sie ist eine Neuauflage der Kombination Filmcamp und Hort keine Option. „Die Verhältnisse dort sind nicht zu akzeptieren“, sagte sie und zeigte Fotos in der Runde, die „von Hortnerinnen stammen.“ Riesige Pfützen, provisorische Räumlichkeiten, ein Pavillon-Zelt gegen Dauerregen. eine Küchensituation, die so nicht gehe – das alles monierte die Amtsleiterin und wagte sich da weiter vor als ihr Dienstherr Norman Klebe. Der Bürgermeister könne sich vorstellen, unter „verbesserten Bedingungen“ eine Neuauflage zu wagen. Vielleicht könne man „einen weiteren Wagen aufstellen“, so die Klebes Idee.

Anja Schrader wusste auch, dass viele Mütter ihre Kinder bei schlechtem Wetter nicht mehr in den Hort brachten. Waren es zu Beginn bis zu 80 Kinder, kamen dann nur noch 40. Für das kommende Jahr müsse eine verlässliche Lösung gefunden werden, mahnte sie an.

Stadtrat Uwe Walter hatte zu Beginn der Debatte daran erinnert, dass allein durch die Aktivitäten der Filmcamp-Mitglieder und deren Helfer die Voraussetzungen dafür geschaffen wurden, dass der Hort überhaupt stattfindet. Toiletten wurden saniert, ein Kinoraum geschaffen, eine Küche saniert. Anja Schrader entgegnete, dass ein Jahr zuvor noch Kinder betreut wurden. Unter den angeblichen sehr schlechten Bedingungen.

Klar scheint, dass das Filmcamp auf dem Gelände bleibt. Das bedeutet aber auch, folgt man den Vorstellungen der Hauptamtsleiterin, dass der Hort woanders stattfinden müsse. „Ich will nicht, dass der Sommerhort in der Schule stattfindet, dann haben die Kinder keine Ferien“, sagte sie. Welche Lösungen es gebe, das blieb Mittwochabend offen. „Wir können keine Ideen vorstellen, wenn wir mit den Betroffenen nicht gesprochen haben“, meinte Ausschussvorsitzender Thomas Schlicke.

Resümee des Abends dennoch: Filmcamp und Hort im Örtlichen Ferienlager beißen sich. Zeugen wollten beobachtet haben, dass die Kinder, die früh in den Hort kommen, bis zehn Uhr ruhig sein mussten. Weil die Filmcampmitglieder nach einem Nacht-Dreh noch schlafen wollten. Verständlich. Aber es passe nicht, meinten viele Mütter.

Von Harry Güssefeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare