Menschen mit Handicap mit ins Boot holen

Neue Ideen in Fleetmark: „Tisch 12“ wird sich verändern

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Das Erfolgskonzept „Tisch 12“ erfährt eine Veränderung – die Initiatoren wollen wieder Neues wagen.

Fleetmark – Es ist ein erfolgreiches Projekt. Unbestritten. Das Wohnzimmerrestaurant „Tisch 12“ in Fleetmark hat viele Fans, viele treue Gäste, sodass die Neuorientierung der beiden Initiatoren Christian und Beate Krüger auf den ersten Blick verwundert.

Aber sie wollen es dennoch tun: Aus dem Wohnzimmerrestaurant soll ein neues Projekt wachsen.

„Wir nennen es im Arbeitstitel Inklusionsbetrieb“, so Christian Krüger. Es geht darum, aus dem Wohnzimmer auszuziehen – der große Tisch kommt mit – und sich der Arbeit mit Menschen zu widmen, die es auf dem 1. Arbeitsmarkt schwer haben. „Wir wollen zunächst mit drei Menschen arbeiten, die entweder körperlich oder auch geistig nicht in der Lage sind, den Stress des Alltages im normalen Arbeitsleben zu bewältigen“, erfuhr die AZ. Zusammen mit dem Arbeitsamt und Unterstützung aus Magdeburg wird es einen Küchenbetrieb geben, für den die Menschen begeistert werden sollen.

Krügers wollen bauen, in ihrem Garten. Es soll, so ihre Idee, einen Gastrobetrieb geben, der von Donnerstag bis Sonntag geöffnet ist. Es soll später eine Kochschule etabliert werden – dafür wird es extra einen Koch geben, der ausbilden darf. Freunde des Projektes „Tisch 12“ werden dann bei „Tisch 12 – Gemeinsam – das Restaurant ohne Hürden“ dinieren.

„Wir wollen für unsere Gäste mit Menschen arbeiten, die trotz ihrer Einschränkungen für den Job brennen“, so Krüger. Etwas Neues zu tun – die Idee war ihm gekommen, als er in Osterburg mit Lernbehinderten kochte. „Die Begeisterung der Menschen überzeugte mich ganz einfach“, sagte er gestern der AZ. Kreativ gewagte Küche, so wie sie die Freunde in Fleetmark kennen, soll es weiterhin geben. Auch die Gemütlichkeit und die Chance, den Machern beim Zubereiten über die Schuler zu sehen, das alles soll erhalten bleiben.

„Wir glauben, dass es Menschen gibt, die auf diese Weise für das Kochen und die Gastronomie im Großen begeistert werden können“, sind sich Krügers einig. Im eigenen Land gebe es diese Menschen. Man müsse sie nur sehen.

VON HARRY GÜSSEFELD

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