Verband Stendal-Osterburg zeigt sich offen / Konstruktion steht seit 1972

Neue Ideen für alten Wasserturm gesucht

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Der 38 Meter hohe Wasserturm an der Salzwedeler Straße ist leer. Bisher gibt es keine neue Nutzungsideen. Der Besitzer hofft auf Vorschläge. Pläne für einen Abriss bestehen nicht.

Arendsee. Wenn der Kirchturm des Wohnortes zu sehen ist, kommen Heimatgefühle auf. Für diese altmärkische Redensart gibt es in Arendsee noch ein zweites Gebäude.

Für inzwischen mehrere Generationen von Einheimischen gehört auch der 1972 errichtete Wasserturm an der Salzwedeler Straße zu den prägnanten Erhebungen, die weithin sichtbar sind. Die Konstruktion hat aber außer als Erkennungsmerkmal für die Stadt keinen Nutzen mehr. Nachdem das angrenzende Wasserwerk vor Jahren grundhaft modernisiert wurde, ist der imposante Speicher nicht mehr nötig und darum leer. Dank der Konstruktion, die 38 Meter hoch ist, wurde der Wasserdruck in den Leitungen der Region Jahrzehnte lang konstant gehalten.

„Wir haben keine Pläne mit dem Turm“, umschreibt Dieter Schröder, Geschäftsführer des Wasserverbandes Stendal-Osterburg die derzeitige Situation. Das Unternehmen ist Besitzer und sieht für die Konstruktion als funktionaler Wasserturm keine Zukunft. „Es gab mal Gespräche mit der Stadt“, verdeutlicht Dieter Schröder, dass durchaus andere Verwendungsmöglichkeiten denkbar seien. So zum Beispiel, den Riesen als gigantische Werbesäule zu verwenden. Dafür würde sich die Kugel grundsätzlich anbieten. Das Problem: Das Bauwerk müsste dann auch unterhalten werden. Und dies ist schwierig, Reparaturen ohne aufwendiges Gerüst kaum möglich. Der Wasserverband hat die Hoffnung für eine Nutzung aber noch nicht ganz aufgegeben. „Wer Ideen hat, kann sich an uns wenden. Wir sind für Gespräche grundsätzlich offen“, erklärt der Geschäftsführer. Eine Variante geht aber nicht: „Der Turm könnte nicht als Wohnung verwendet werden.“ In Salzwedel kann hingegen in einem alten Wasserturm am Bahnhof gewohnt werden.

Doch die Arendseer Variante ist eine ganz andere Bauweise. Es handelt sich um einen Aquaglobus, der in Ungarn entwickelt wurde. Die Kugel hat einen Durchmesser von zwölf Metern und wiegt 48 Tonnen. Der frei stehende kreisförmige Schaft ist im Stahlbetonfundament fest verankert. Die Wärmedämmschicht des Behälters besteht aus Glaswolle, die Kugel wurde mit Aluminiumblech ummantelt. Es handelt sich um eine Modulbauweise. Die Elemente kamen aus Ungarn, wurden in Arendsee zusammengefügt und mit speziellen Winden aufgerichtet.

Von Christian Ziems

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