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Arendsee muss Hackschnitzelkonzept umdenken

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Von: Jens Heymann

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Rückansicht des Rathauses in Arendsee
Das Arendseer Rathaus benötigt eine neue Heizung. Nur auf welcher Rohstoffbasis ist bislang nicht restlos geklärt. Für den aktuellen Favoriten allein, eine Hackschnitzelheizung, gibt es offenbar keine Fördermittel. © Heymann, Jens

Während die einen bundesweite Beachtung finden, müssen andere sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht innovativ zu sein. Das Kuriose: In beiden Fällen geht es um dieselbe Sache - um Heizen mit Hackschnitzeln.

Arendsee – Die allermeisten Altmärker werden noch nie etwas vom süddeutschen Städtchen Stadtbergen gehört haben. Dabei hat es der Ort nun sogar in die überregionalen Nachrichten geschafft – und zwar mit einem neuen Weg, die dortige Schule zu beheizen. Nämlich mit Hackschnitzeln, die aus städtischen Holzresten selbst produziert werden. Das Ziel ist klar: Die derzeit hohen Energiekosten sollen nicht all die Stadtfinanzen verschlingen; da greifen die Schwaben – wer verdenkt es ihnen – auf eine kostengünstigere Alternative zurück. Momentan funktioniert die Sache zwar noch provisorisch per Container, soll aber nach einer Beobachtungsphase über den Winter möglicherweise fest eingerichtet werden. Hackschnitzel statt Gas: In Stadtbergen klopft man sich nun auf die Schulter – CO₂-neutrales Heizen, und der Bauhof wisse ohnehin mit dem Holznachschub umzugehen.

Nach diesen Zeilen wird sich mancher Leser nun fragen: Wo ist der Bezug zu Arendsee? Ganz einfach: Hackschnitzel, eigene Holzreserven, Energiekosten in öffentlichen Gebäuden einsparen – das sind Stichworte, über die auch in der altmärkischen Seestadt seit Monaten gesprochen wird.

Doch das von Architektin Doreen Dalgahn im Sommer skizzierte Heizungskonzept für das Arendseer Rathaus, das mit Sitzecke und Schaubetrieb noch weiter ging als die bloße süddeutsche Containerlösung, hat nun einen Rückschlag erlitten: Es sei nicht innovativ genug, ließ die zuständige Fördermittelstelle durchblicken. Weil im Endergebnis immer noch Brennstoffe verfeuert werden. Nun ja – anderes Bundesland, andere Auslegung.

Mehr regenerative Energien sollen stattdessen zum Einsatz kommen; Hackschnitzel alleine würden nicht funktionieren, erfuhr die AZ aus dem Rathaus. Ob Holz als nachwachsender Rohstoff nun regenerativ bzw. klimaneutral ist oder nicht, darüber wird sogar im fernen Stadtbergen diskutiert. In Arendsee jedenfalls geht die Suche nach einem neuen Heizkonzept für das Rathaus und womöglich angrenzende Gebäude erst einmal weiter. Konkretes war dabei noch nicht zu hören. Solange müssen die alten Elektroöfen weiterarbeiten.

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