Nagel nicht mehr allein: Junge und Mädchen stehen

Gebhard Wolf (r.) half gestern dem Kunstgießer Wolfgang Gregor, die beiden Kinderfiguren in der Nähe Gustav Nagels aufzustellen. Der kleine Marvin sah den Männern bei der Arbeit zu. Gegen 10 Uhr war alles erledigt. Fotos (2): Güssefeld

Arendsee. Wolfgang Gregor von der Kunstgießerei aus dem brandenburgischen Kotzen stellte gestern die beiden noch geplanten Figuren des Nagelensembles auf. Mit Betonkleber und starken Dübeln wurden die Statuen in dem vorbereiteten Betonfundament befestigt.

Ohne großen Bahnhof wurde die Aktion gegen 10 Uhr vollendet. Zahlreiche Passanten zeigten sich interessiert, wollten wissen, wer das denn ist – aber andere wiederum kannten den Bärtigen im langen Hemd, der barfuß durch Arendsee wandert. Warum eigentlich barfuß, fragten sich nach der Aufstellung Nagels im vergangenen Jahr vor allem viele ältere Arendseer. Er habe doch immer Jesuslatschen angehabt – sei es wie es sei, der bronzene Alte wandert nun barfuß und sieht ganz glücklich dabei aus. Glücklich dürfte er auch darüber sein, dass ihm seit gestern ein Junge und ein Mädchen Gesellschaft leisten. Sie sind so aufgestellt, dass sie dem Wanderprediger und Naturmenschen entgegen- gehen. Der Bube ist 80 Zentimeter groß, das Mädel 120 Zentimeter. Wichtig ist nun, so der Verantwortliche der Aktion, Gebhard Wolf vom Tourismusverein, dass die Figuren auch nachts beleuchtet werden. Damit niemand über die niedrigen Kinder stolpert, wie er sagte. Bauamtsleiter Gert Reckling sagte eine Lampe zu. Er war gestern aber in einer anderen Funktion gekommen: Als Chef der Arbeitsgemeinschaft der Arendsee hatte er eine bronzene Tafel mitgebracht, die im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft hergestellt worden war und angebracht werden soll. Darauf der Name Gustav Nagel, Geburts- und Sterbejahr sowie der Name der Künstlerin, die die Statuen geschaffen hat – Katrin Pannicke aus Halle.

Die Verantwortlichen und auch die Arendseer wünschen sich, dass die drei Figuren Freude bereiten und die Urlauber an den großen Sohn der Stadt erinnern. Ein Problem wurde gestern aber sofort deutlich: Der Standort des Jungen ist vor allem für Autofahrer denkbar ungünstig. Stellen sie ihr Fahrzeug auf dem unmittelbar daneben befindlichen Parkstreifen ab, können sie den Kleinen nicht sehen. Der Beifahrer öffnet die Tür – und schon ist es passiert.

Die Politesse sah gestern auch die Gefahr. Vor allem im Dunkeln sei das Hindernis kaum auszumachen.

Von Harry Güssefeld

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