Camp 3 im Filmcamp Arendsee: Ein Team dreht auch in der „Theodor-Fontane“-Schule

Nach einer Woche stolz wie Oscar

+
Alle sind auf ihrem Platz: Die Komparsen, die Regie, die Schauspielerin Jennifer-Katharina (Mitte), die Kameraleute. Der Film „Abenteuer Schreiben – Ein Leben in Worten“ entstand gestern unter anderem in einem Klassenraum.

Arendsee. In einer Woche einen Film drehen – den meisten Profis der Filmbranche dürfte diese Aussage vielleicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Doch was sich seit drei Jahren im Filmcamp so entwickelt, ist genau diese Fähigkeit, binnen sechs Tagen einen Film zu gestalten, der nicht nur ein Film, sondern ein erfolgreicher Kurzfilm sein kann. Kamera-Dozent Till Eitner, der gestern einen Filmtrupp in der Arendseer „Theodor-Fontane“-Schule begleitete, berichtet von Preisen, die in Arendsee entstandene Streifen erhalten haben. Und noch mehr: Ehemalige Teilnehmer des Camps schreiben ein Drehbuch, nehmen die Kamera in die Hand und drehen Filme: die Spätfolgen des Arendsee-Camps.

Die Leute, die gestern in der Schule einen Film produzierten, waren erst am Montag angereist. Die Drehbuch-Leute schrieben die Geschichte, dann wurden die Schauspieler ausgesucht und die Kameraleute setzten alles ins Bild. So geschehen gestern in einem Klassenraum.

Der Film mit dem Arbeitstitel „Abenteuer Schreiben – Ein Leben in Worten“ handelt von einer autistischen jungen Frau namens Jasmin, gespielt von Jennifer Katharina. Sie schreibt, weil sie es liebt, Geschichten zu erfinden und damit in ihre eigene Welt einzutauchen. Nicht ohne Konflikte von Personen, die gehören auch dazu. Es geht um Freundschaften, die ihr Unterstützung geben, vor allem dann, wenn sich wieder Ängste breitmachen, die mit den Autismen verbunden sind und die sie in der Vergangenheit bewältigen musste. „Die Filme der heutigen Zeit zeigen auch, mit welchen Dingen sich die Generation befasst“, so Till Eitner. Es ist nicht mehr der Film, der in Gut und Böse, in Schwarz oder Weiß teilt. Diese Filme aus Arendsee seien auch eine Gegenwartsbewältigung, eine Auseinandersetzung mit Problemen junger Leute.

Am Sonnabend wird der Film fertig geschnitten sein. Die erste Fassung dieses Films und der anderen wird dann im Kino im Filmcamp von den Machern in Augenschein genommen.

Wer die jungen Menschen gestern beobachtet hat, spürt diese Professionalität, die sich nach vier Tagen schon zeigt. „Bitte Ruhe“, sagt Max. Denn den Anspruch, einen Film zu präsentieren, der nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch gut ist, den hat jedes Mitglied dieses Teams, aber auch des gesamten Filmcamps. Und: Es sind Kurzfilme „Made in Arendsee.“

Von Harry Güssefeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare