Arendseer Verwaltung sieht „keine Gefahr“ und keinen Handlungsbedarf

Müll auf Privatgrund: Anlieger ertappen Sünder

Mike Wenzel vor dem Müllberg, der rund fünf Meter von seinem Eingang zum Kaffeegarten wächst. Das Ordnungsamt sieht keine Handhabe, weil sich die kleine Deponie auf einem benachbarten Privatgrundstück befindet. Fotos (2): Güssefeld

Arendsee. Seit Jahren beobachtet Mike Wenzel das Treiben vor seinem Grundstück: Müllsünder haben ein nicht bewohntes Grundstück am Wendlandweg entdeckt, um bei Spaziergängen ihren Müll zu entsorgen.

„Sie werfen im Vorbeigehen ihre Tüten mit Blumen, Konservendosen und Flaschen einfach über den Zaun“, so der Unternehmer, der den Kaffeegarten betreibt. Er und sein Nachbar von der Minigolfanlage sind sauer, weil die Besucher ihrer Einrichtungen an dieser Müllhalde vorbei müssen. „Einige der Müllsünder sind bekannt, sie sollten sich was schämen“, so Wenzel.

Eine zweite Müllhalde entsteht rund 50 Meter weiter.

Der Müll, der sich auf einem Grundstück gegenüber seines Kaffeegarten-Eingangs türmt, zieht inzwischen auch Ungeziefer an. Umherstreunende Katzen, aber auch Ratten sind zuweilen gesichtet worden. Das habe Mike Wenzel auch schon dem Ordnungsamt gemeldet. Zum wiederholten Mal. „Wir müssen dem Eigentümer des Grundstücks nachweisen, dass von seinem Grund und Boden eine Gefahr ausgeht“, so Annette Wolter vom Ordnungsamt. Allein Vermutungen reichten nicht aus. „Wir haben in diesem Fall bereits Kontakt mit dem Eigentümer, der nicht in Arendsee wohnt, aufgenommen. Mehr können wir nicht tun“, so die Angestellte. Ihn aufzufordern, den Müll zu beseitigen, dazu habe das Amt keine Handhabe. „Wir können Herrn Wenzel verstehen, aber wir sind an Gesetze gebunden“, so Annette Wolter weiter. Dass eine alte B 1000-Karosse in dem besagten Garten steht, sei ebenfalls kein Grund, einzuschreiten, hieß es.

Mike Wenzel schaute sich gestern den Müllhaufen an, will nun eine weitere Wand ziehen, damit seinen Gästen vor dem Betreten seines Kaffeegartens nicht übel wird. Seit drei Tagen sind auch Blumentöpfe entsorgt worden. Eine illegale Müllentsorgung sei es für das Amt nicht – denn der Besitzer des Grundstücks müsse sich gegen die Praxis wehren, wenn er sie nicht dulden möchte.

Die Anlieger wollen die Müllsünder ansprechen und namentlich machen. „Sie sind einfach frech, bringen den Müll von zuhause mit und denken, sie werden beim Entsorgen nicht erwischt“, so Mike Wenzel. Rund 50 Meter weiter sind ganze Müllsäcke in einem anderen Garten entdeckt worden.

Von Harry Güssefeld

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