Förderverein und Erzieher der „Seeperle“ freuen sich auf ein neues Projekt

Ab Montag heißt es in Arendsee: Ohne Stulle in die Kita

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In der „Seeperle“ bald Geschichte: die Brotdose von zu Hause. 

Arendsee – Ohne Stullen in den Kindergarten. Ein kaum zu glaubender Fakt, aber in der „Seeperle“ in Arendsee wird das ab dem kommenden Montag Realität. „Brottaschenfreie Kita“, so heißt das Vorhaben, das umgesetzt werden soll.

Förderverein und Leitung der Kindertagesstätte wollen für ein halbes Jahr testen, ob es funktioniert und letztlich für die Eltern auch akzeptabel ist. Am Montagabend wurde das Projekt im Schul- und Kulturausschuss der Stadt Arendsee vorgestellt. Nadine Schütte, Ausschussvorsitzende und gleichzeitig Chefin des Fördervereins, wurde dabei von der stellvertretenden Kita-Leiterin Heike Tittmann sowie Erzieherin Birgit Muhl unterstützt. Eine Zahl verwunderte die Zuhörer schon etwas: 90 Prozent aller Eltern hatten bei einer Befragung für das Projekt gestimmt, die große Mehrheit zudem auch für das Einzugsverfahren des Beitrags für Frühstück und Vesper – 1,50 Euro soll das kosten. Und dafür müssen sich die Eltern keine Gedanken mehr machen, was sie ihren Sprösslingen in die Brottasche packen. Es geht morgens ohne aus dem Haus.

Als Grund für die neue Form der Verpflegung nannten die beiden Kita-Vertreter vor allem die Tatsache, dass „gemeinsames Frühstücken den Teamgeist fördert“. Eingekauft werde bei heimischen Händlern und Produzenten, das Bio-Ei gehöre ebenso dazu wie Wurst und Käse. „Die Kinder zeigen uns schon an, was sie gern essen wollen“, erfuhr die AZ auf die Frage, wie denn Krippenkinder ihren Wunsch nach dem Essen artikulieren. Alle rund 100 Kinder werden in die Aktion einbezogen, auch in die Vorbereitung, die von Küchen- und technischen Kräften sowie den Erzieherinnen maßgeblich gestaltet werden.

Mit der „Brottaschenfreien Kita“ wird den Eltern die Verantwortung für die Versorgung ihrer Kinder an den Tagen, an denen die Einrichtung besucht wird, für das Frühstück und die Vesper abgenommen. Denn das Mittagessen kommt – unabhängig von dieser Maßnahme – von einem Fremdanbieter.

Es gab Nachfragen, vor allem von Stadtrat Hartmut Beier. Er fragte, ob mehr Personal notwendig ist. Klare Antwort von Nadine Schütte: „Nein. Und wenn Leute gebraucht werden, dann sind das Ehrenamtliche.“ Und als Ausschussmitglied Thomas Schlicke von einem Gesundheitspass für die Involvierten sprach, war die Diskussion darüber beendet.

Die Eltern haben sich für diese Art der Verpflegung ausgesprochen. „Es kommt oft vor, dass Kinder vor dem Inhalt ihrer Brottaschen sitzen und das nicht essen möchten“, erfuhr die AZ. Ob das nun der Grund war, auf Einheitsverpflegung umzustellen, darauf wollten sich die Erzieherinnen nicht festlegen lassen. Jedenfalls betonten sie, dass die Zeit für das gemeinsame Essen auf diese Art und Weise da sei. Los geht es am Montag.

VON HARRY GÜSSEFELD

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