Große Aufräum-, Pflege- und Bauaktion auf dem Gustav-Nagel-Gelände

Mitmachen statt meckern: Rund 40 Helfer dabei

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Eine Wand mit Putz versehen: Für Henriette Stock (im Vordergrund) und Josepha Schweig sicherlich Neuland. Und die Fernsehkamera war bei der Aktion am Kassenhäuschen auf dem Nagel-Areal mit dabei. Rund 40 Helfer kamen auf das geschichtsträchtige Gelände.

Arendsee. Antje Pochte, Schulleiterin der Jeetze-Schule in Salzwedel, hatte die Sache ins Rollen gebracht: Seit August 2016 kommt sie mit Schülern immer wieder auf das Gustav-Nagel-Areal und so ist das Fernsehen darauf aufmerksam geworden.

Der MDR hatte beschlossen, dass diese Sache in die Sendung „Mitmachen statt meckern“ passt – und das brachte Bewegung ins Spiel. Gesucht wurden viele Freiwillige, die gestern auf dem Gelände die verschiedensten Arbeiten erledigen sollten. Gefragt waren Maurer, Heckenschneider, Blumenpflanzer und vieles andere. Und weil auch Material gebraucht wurde, so unter anderem für die Putzarbeiten am Kassenhäuschen und die Materialien des Barfußpfades, der gestern angelegt wurde, hatten die beiden Geldinstitute der Stadt insgesamt 300 Euro gespendet. „Tolle Geschichte, einige andere Betriebe waren es, die uns hier unterstützen oder Material gaben“, erklärte Antje Pochte zufrieden. Sie hatte mit einer Resonanz gerechnet, dass es aber so viele wurden, das war schon eine Überraschung.

Antje Pochte ist selbst Mitglied im Gustav-Nagel-Förderverein und hat großes Interesse, dass das Areal nicht vergessen wird. Im Gegenteil – sie möchte dazu beitragen, dass es als Andenken an den Wanderprediger und Naturmenschen erhalten bleibt. Das städtische Gelände bekommt sehr wenig städtische Hilfe – aber gestern ließ sich die Stadt nicht lumpen und stellte Arbeiter und Technik des Wirtschaftshofes zur Verfügung. So wurde mit dem Universaltraktor die Fläche für die Barfußstrecke geschoben.

Wer arbeitet, soll auch essen. Und so gab es Kuchen – zwei Mädchen, die gestern mithalfen, hatten Geburtstag. Und Matthias Goyer wollte später noch auf das Gelände kommen und für die fleißigen Helfer grillen.

„Machen statt meckern“, so der Titel der Sendung, für die gestern Mitarbeiter des MDR vor Ort waren. Heute, am Dienstag, soll der Beitrag ab 19 Uhr bei „MDR-Sachsen-Anhalt heute“ gesendet werden. Dort können die Fernsehzuschauer noch einmal hautnah miterleben, was gestern alles geschafft wurde. „Eines möchte ich aber sagen. Wenn Kalle Brandt und Holger Löttel mir nicht so viel Mut gemacht hätten, dann hätte ich die Aktion vielleicht abgeblasen“, so Antje Pochte.

Die Aktion soll keine Eintagsfliege bleiben. Denn alles, was entstanden ist, muss auch gepflegt werden. Gustav Nagel als Sohn der Stadt ist eine Werbefigur, die einst die weite Welt bereiste und vor allem den älteren noch bekannt ist. Doch viele Jugendliche waren gestern mit dabei. Die Erinnerung wird wach gehalten.

Von Harry Güssefeld

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