Ziemendorf versucht Einwohnerschwund durch Zusammenhalt zu stoppen

„Mit dem Ehrenamt steht und fällt ein Dorf“

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Ziemendorf grüßt seine Gäste: Neue Einwohner sind willkommen, der Dorfclub will mit Zusammenhalt punkten.

Ziemendorf. 165 Einwohner hat Ziemendorf, vor einigen Jahren waren es noch über 200. Der allgemeine Schwund macht auch vor dem Arendseer Ortsteil nicht halt. Dort wird aber mit eigenen Kräften versucht, den Negativ-Trend zu stoppen.

„Mit dem Ehrenamt steht und fällt ein Dorf“, ist sich Michael Meyer sicher. Der Ortsbürgermeister ist darum froh über den Dorfclub, der sich im vergangenen Jahr von einer Initiative in einen rechtlich anerkannten Verein gewandelt hat. Die Ziele sind aber gleich geblieben: „Wir wollen, dass sich die Einwohner wohlfühlen, neue hinzu kommen und Weggezogene sich vielleicht wieder in Ziemendorf niederlassen“, zählt der Vorsitzende Dieter Bolle auf.

Er setzt dabei zum Beispiel auf Feste, die schon seit Jahrzehnten gefeiert werden. Dazu gehört das Eiersingen an Ostern. „Viele erinnern sich dabei an schöne Erlebnisse in ihrer Kindheit. So etwas verbindet einen mit der Heimat“, ist sich der Ziemendorfer sicher. Er möchte mit seinen Ehrenamtlichen aber auch neuen Einwohner schnell das Gefühl des Zusammenhaltens geben: „Bei uns ist jeder willkommen.“

Auch Familien mit Kindern lassen sich in Ziemendorf nieder, wie der Ortsbürgermeister mit Freude registriert. „Wir haben relativ wenig Leerstand im Dorf. So wird zum Beispiel auch die alte Kaserne als Urlauberdomizil genutzt. „Das ist im Vergleich zu anderen Orten positiv“, erklärte Michael Meyer gegenüber der Altmark-Zeitung. Er glaubt an die Arbeit des Vereins. Zur Unterstützung soll das Ehrenamt möglichst viel vom Budget 2014, über den der Ortschaftsrat entscheidet, bekommen. Dabei handelt es sich um 1000 Euro. Der Verein ist seit der Gründung Ende 2013 um das Doppelte gewachsen, derzeit gibt es 13 Mitglieder. „Bei der Feuerwehrhauptversammlung am Freitag wollen wir für uns werben“, hofft Dieter Bolle auf noch mehr Unterstützung. Das Engagement im Dorf kommt an. Zur kurzfristig organisierten Frauentagsfeier kamen 42 Damen in die Gaststätte. Diese gehört samt Saal der Kommune und ist verpachtet. Für Michael Meyer ein weiterer Hinweis, darauf, dass Ziemendorf nicht ausstirbt: „Dies bringt zusätzlich Leute in den Ort. So zum Beispiel beim Seniorentanz. Dieser hat sich etabliert.“ Während er die Anbindung per Bus, Pkw und Fahrradweg an Arendsee als positiv bewertet, wünscht sich der Ortsbürgermeister mehr moderne Technik. „Der Handyempfang ist eine reine Katastrophe und die Internetgeschwindigkeit auch nicht besonders gut.“ Micheal Meyer hofft, dass sich dies mit dem neuen Funkturm, der in Arendsee entsteht, ändert.

Von Christian Ziems

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