Fahrlässige Alarmierung von Feuerwehren: Verursacher sollen zahlen / Neue Satzung für Arendsee

Missbrauch des Notrufs kostet 250 Euro

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Madlen Bahn – hier bei einem Einsatz – hat die neuen Kosten für die Feuerwehren errechnet.

Salzwedel. Wer grob fahrlässig und grundlos den Einsatz einer Feuerwehr auslöst, der bekommt dafür eine Rechnung. Bei den übrigen Notfällen bleibt die Hilfe kostenfrei. Dies ist in der Einheitsgemeinde Arendsee nicht neu.

Allerdings mussten die Kosten dafür aktualisiert werden. Denn die bisherigen Berechnungen konnten nicht im Detail betriebswirtschaftlich begründet werden. In größeren Städten wie Hannover haben Betroffene dagegen geklagt und gewonnen. Somit müssen die Satzungen in den Kommunen neu erarbeitet werden.

In Arendsee hat dies Madlen Bahn übernommen, die die Ergebnisse während des Ordnungsausschusses vorstellte. Die Studentin der Hochschule Harz stammt aus der Region, machte ihre Lehre im Rathaus des Luftkurortes und ist seit Jahren Einsatzkraft bei der Arendseer Ortswehr. In den vergangenen Wochen hat sie viel gerechnet und die Statistiken der Wehren Arendsee, Binde, Kläden Kaulitz und Kleinau (mit Lohne und Dessau) ausgewertet. Und zwar von drei Jahren.

Die Studentin ermittelte unter anderem anhand von Anschaffungs-, Betriebs- und Reperaturkosten sowie den Einsätzen Durchschnittswerte. Ein Freiwilliger kann zum Beispiel 28 Euro pro Stunde kosten. Je länger die Feuerwehrleute helfen, umso teurer wird es. Das gilt auch für die Technik. Ein Hilfeleistung-, Lösch oder Tanklöschfahrzeug kostet in der Gemeinde je Stunde 102 Euro.

Günstiger sind Einsatzleit- und Mannschaftstransportfahrzeuge (20 Euro). Eine komplette Atemschutzausrüstung wird genauso wie die Tragkraftspritze mit 30 Euro berechnet. Wer die Feuerwehr per Notruf alarmiert, ohne das tatsächlich eine ernste Situation eingetreten ist, muss 250 Euro aufbringen.

Die Mitglieder des Ordnungsausschusses lobten die Arbeit, die in einer rechtssicheren Satzung mündete und beschlossen wurde. Das letzte Wort hat am Montag der Stadtrat.

Hauptamtsleiter Andreas Koch betonte gestern gegenüber der AZ, dass vor allem bei Fahrlässigkeit kassiert wird. Ein Beispiel dafür ist ein ausuferndes Gartenfeuer, das im trockenen Hochsommer trotz Verbot entzündet wurde. Aber auch das Leerpumpen von Kellern und Beseitigen von Gülle auf der Straße kann eine Rechnung nach sich ziehen.

Von Christian Ziems

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