Der Nachwuchs ist geschlüpft

Millionen Maränen-Larven kommen in den Arendsee und anderswo hin

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Die Maränen-Larven sind geschlüpft und werden ins Gewässer gesetzt.

Zießau – In der Fischerei Kagel bei Zießau herrschte gestern Vormittag emsiger Betrieb. Thomas Kagel wachte über die geräucherten Barsche, Fabian Stegner machte rund eine Million frisch geschlüpfte Maränen-Larven reisefertig, und Wilfried Kagel hatte mit anwesenden Behördenvertretern zu tun.

Später am Tag wollten sie noch den Arendsee mit dem Fischnachwuchs besetzen – insgesamt sind über den Winter dreieinhalb bis vier Millionen Eier befruchtet worden. Viele Larven gelangen nach Schleswig-Holstein und Sachsen und kommen in dortige Seen.

Fischer Wilfried Kagel hat den Hecht im Griff.

Früher hätte er noch mehr geliefert, sagt Wilfried Kagel. Der 78-Jährige ist seit knapp 50 Jahren am Arendsee, seit 1992 selbständig; ans Aufhören denke er nicht. „Nein, aus welchem Grund? Um den Tag totzuschlagen?“, so der Zießauer. Den Pachtvertrag mit dem Land habe er erst jüngst verlängert.

Etwa drei Jahre benötigen die Maränen, um auszuwachsen. Wie viele von den winzigen Larven das Erwachsenenalter als Fisch erreichen, kann auch der Fischer nicht sagen. Denn nicht nur er und seine Mitarbeiter wollen davon leben, sondern auch andere. „Hecht, Barsch, Aal, Kormoran und das Finanzamt“, zählt Wilfried Kagel mit Ironie auf.

Hendrik Wallrichs (r.) bringt eine Million Larven nach Itzehoe. Links: Fabian Stegner.

Im Dezember bzw. Januar werden typischerweise die Laichfische für die nächste Aufzucht eingefangen. Anschließend erfolgen das Abstreifen und Befruchten. In sogenannten Zuger-Gläsern brüten die Fischeier, bis aus ihnen im Frühjahr die Larven schlüpfen. Der Aufwand jedes Jahr dafür ist nicht zu unterschätzen.

Obwohl die Maräne als Speisefisch prinzipiell das ganze Jahr über verfügbar ist und gefangen werden kann, gibt es Schwankungen. Nach der Laichzeit werde nicht so viel aus dem Wasser geholt, weil die Schwärme auseinandergehen, hieß es gestern Vormittag in Zießau.

VON JENS HEYMANN

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