Bahnverkehr: Bürger sehen Unterschiede / „Die Länder bestimmen“

Mehr Stopps im Westen

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In Sachsen-Anhalt werden weniger Bahnhöfe angefahren als auf niedersächsischer Seite. Und: Im Osten wird das Haltestellenaufkommen ausgedünnt. Wie in Meßdorf.

Fleetmark. „Wenn ich einen Regionalexpress in Uelzen Richtung Stendal besteige, dann hält dieser auf allen Stationen in Niedersachsen, aber in Sachsen-Anhalt nicht einmal in Fleetmark“, kritisierte ein Besucher der jüngsten Bahn-Infoveranstaltung in Fleetmark.

Bahn-Projektleiter Andreas Hartwig hatte auf Fragen zum Ausbau der Amerika-Linie geantwortet (wir berichteten). Zum Thema Haltepunkte auf den Strecken erklärte er, dass allein die Nahverkehrsgesellschaften, im Fall Magdeburg die NASA, bestimmen, wo die Züge halten. In Niedersachsen werde Wert auf Mobilität gelegt, auf möglichst viele Bahngäste, die durch das Angebot auch flexibler sind, wenn es um das Erreichen des Arbeitsortes geht. In Sachsen-Anhalt gehe man andere Wege. Ob die richtiger sind, das wollte Hartwig nicht kommentieren. „Aber ich sage auch, dass Menschen die Bahn mehr nutzen, wenn sie die Ziele zeitgerecht erreichen, die sie erreichen müssen und auch abends wieder nach Hause kommen, ohne lange auf den Zug zu warten“, sagte er in Fleetmark. Dass Sachsen-Anhalt auf den Halt in Meßdorf verzichten will, weil wenig Fahrgäste ihn frequentieren, sei keine Angelegenheit der Bahn. Dass auch Haltepunkte wie Kläden und Steinfeld diskutiert werden, sei auch jenseits der Überlegungen der Bahn passiert. Doch die Bahn muss wissen, was das Land will. Wenn es beispielsweise um den Ausbau der Strecke geht, dann ist es schon entscheidend, ob ein Halt wegfällt oder nicht.

So wird die Bahn nicht nur auf Entscheidungen zu Bahnübergängen drängen, sondern auch zu Bahnhöfen. Fakt ist: In Fleetmark werden keine Regionalexpress-Züge halten. Weil das Land es nicht will, hieß es in Fleetmark.

Von Harry Güssefeld

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