Nachtwächter wird eingestellt

Mehr Camper in Arendsee: „Ostalgie-Charme hat positive Auswirkungen“

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Blick auf den Campingplatz von der Lindenstraße aus. Das Gelände ist bei Dauercampern so beliebt, dass es inzwischen Wartelisten gibt. Auch bei den Tagesgästen konnte ein Zuwachs verzeichnet werden.

Arendsee. „Wir sollten nicht immer alles schlecht reden“, meinte Bürgermeister Norman Klebe im Wirtschaftsausschuss und blickte dabei auf den kommunalen Campingplatz. Dieser gerät immer wieder in die Kritik, Modernisierungen werden von Kommunalpolitikern angemahnt.

„Die Camper fühlen sich wohl. Der Ostalgie-Charme hat positive Auswirkungen“, unterstrich Norman Klebe.

Die Zahlen zeigen einen positiven Trend. 13 796 Gäste nutzten von April bis zum 30. September den Platz, um ein paar schöne Tage zu verbringen. Das sind 4500 Kinder, Frauen und Männer mehr als 2014. In der Ferienzeit im Juli sowie August war besonders viel los; Gäste kommen aus mehreren Bundesländern. Inzwischen ist Ruhe eingekehrt.

Für die Mitarbeiter bleibt aber auch ohne Besucher einiges zu tun. So sind bereiten die Auswirkungen des Eisregens vor einigen Jahren noch immer Probleme. „Es ist schwierig, einen Baum zu fällen, wenn ringsrum die Objekte der Dauercamper stehen“, erklärte Michael Meyer, Geschäftsführer der Luftkurort Arendsee GmbH. Auch eine Hebebühne hat Grenzen. Darum soll nun versucht werden, die schadhaften Bäume mit Hilfe eines Harvesters, der in der Forst zum Einsatz kommt, zu fällen.

Dies geschehe zum Schutz der Dauercamper und ihres Eigentums. Ab der nächsten Saison soll für die Ferienzeit zudem ein Nachtwächter eingestellt werden. Dies ist preiswerter als die bisherige Variante mit Wachschutz. „Wir haben keine großen Probleme. Meistens geht es um Lärmbelästigung aufgrund zu lauter Musik“, erläuterte Michael Meyer. Der Nachtwächter könnte zudem einen Blick auf das Strandbad haben und sich um Camper kümmern, die den Platz erst nachts erreichen. Bei den Dauercampern habe zudem ein Generationenwechsel stattgefunden, wie Norman Klebe bemerkt haben will. Die Objekte wurden inzwischen von deren Kindern übernommen. „Es gibt sogar eine Warteliste für frei werdende Bereiche“, so der Bürgermeister. Für viel Arbeit sorgen einstige Camper, die nicht mehr zahlen. Denn bis zu einer gerichtlich verfügten Zwangsräumung können Jahre vergehen. Noch schwieriger sind zwei Fälle, von den Michael Meyer dem Ausschuss erzählte. So seien Besitzer untergetaucht und auch schriftlich nicht mehr zu erreichen.

Von Christian Ziems

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