„Massiver Fliegenmadenbefall“

Veterinäramt kontrollierte Kadaverlagerung von Schweinen in Sanne

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Mehrere tote Schweine sind auf dem sogenannten Kadaverplatz in Sanne abgelegt, aber wohl erst am Dienstag abgeholt worden.
  • VonArno Zähringer
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Auf dem ehemaligen Kadaverplatz in Sanne mehrere tote Schweine liegen, die offenbar nicht fachgerecht gelagert wurden, darüber informierte ein aufmerksamer Leser die Altmark-Zeitung. Er hatte von den toten Schweinen erfahren, sich auf den Weg gemacht, um die Lage vor Ort zu begutachten. Recherchen der AZ ergaben, dass auch das Veterinäramt des Landkreises am Montag bereits in dieser Angelegenheit unterwegs war.

Sanne - Denn auch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt erhielt am Montag eine Meldung über die nicht sachgerechte Kadaverlagerung in der Schweineanlage in Sanne. Daraufhin habe noch an demselben Tag eine Kontrolle der genannten Kadaverlagerung stattgefunden, teilt das Presseteam des Altmarkkreises auf Anfrage mit. Dabei seien „erhebliche Mängel“ festgestellt worden. „Die Kadavertonnen waren überfüllt. Es lag ein massiver Fliegenmadenbefall vor. Kadaver wurden nicht auslaufsicher gelagert und über einen längeren Zeitraum nicht abgeholt“, berichtet Inka Ludwig vom Presseteam.

Sicherheitsrisiko hat nicht bestanden

Ein erhöhtes Sicherheitsrisiko im Zusammenhang mit der afrikanischen Schweinepest konnte das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt bei seiner Kontrolle jedoch nicht feststellen. „Die Zäune waren circa 1,20 Meter hoch und mit einem Unterwühlschutz gesichert, sodass Wild nicht ohne Weiteres eindringen konnte. Eine erhöhte Verendungsrate konnte ebenfalls nicht belegt werden“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die vorgefundenen Mängel würden sich derzeit in erster Linie auf die mangelhafte Lagerung und fehlende Abholung der Kadaver beschränken. „Dem Betriebsleiter wurde angeordnet, die Mängel unverzüglich zu beheben“, teilte der Altmarkkreis gestern mit.

Laut Ortsbürgermeister Jens Reichardt seien seines Wissens die toten Schweine inzwischen abgeholt worden. Er sprach in diesem Zusammenhang von „unglücklichen Umständen, die zu diesen Unannehmlichkeiten geführt haben“. Der Betreiber habe die toten Tiere ordnungsgemäß gelagert und eine Firma damit beauftragt, die Tiere abzuholen. Offenbar führten Kapazitätsprobleme der Entsorgerfirma dazu, dass die Kadaver nicht zeitnah abtransportiert werden konnten.

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