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Marek Weiß aus Zießau kritisiert das Abschalten des Telekom-Funknetzes

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Von: Detlef Güssefeld

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Marek Weiß aus Zießau ist von den andauernden Wartungsarbeiten an einem Funkmast der Telekom besonders betroffen. Seit gestern 10 Uhr ist das Funknetz tot – ohne Vorwarnung. © Privat

Viele Telekom- und Congstar-Nutzer in der Region Arendsee haben seit gestern Vormittag ein Riesenproblem. Das Funknetz ist seit gut zehn Uhr ausgefallen. Im Internet gab es zu diesem Zeitpunkt keinen Hinweis, sodass nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es zunächst an der Hardware lag.

Arendsee – Marek Weiß, Unternehmer und Geschäftsführer der „Wildgans“, informiert die AZ. Über WhatsApp, später über ein anderes Telefon mit einem anderen Anbieter. „Ich bin davon sehr betroffen, zumal ich hier in Zießau meine Telefonlösung unabhängig vom Festnetz habe“, schildert Weiß das Dilemma.

Alle Kassen, das gesamte Bestellsystem der Pension, laufe über die Funkanlage der Telekom. „Bis Freitag soll diese Störung andauern“, es handele sich, so erklärte ein Servicemitarbeiter, „um Wartungsarbeiten an einem Mast, der nun abgestellt ist“, erzählt Marek Weiß, der als Geschäftskunde mit der Telekom kommunizierte. „Dass die Telekom im Vorfeld nicht informiert, ändert zwar nichts an der Tragik. Aber man könne sich dann anders vorbereiten, seine Geschäftspartner informieren.

Angesichts der Bedeutung, die das Internet schon heute haben sollte, sind derartige Zustände nicht haltbar, klagt der Geschäftsführer. Überall träume man von der Superlative Digitalisierung, aber davon sei man angesichts der Abschaltung weit entfernt, sagt der Zießauer.

„Die Forderungen an uns Unternehmen auch seitens des Finanzamtes sind so scharf, dass alles über die Systeme laufen muss“, so Weiß. Er selbst hätte auch gern eine Festnetzlösung, aber die gebe es in Zießau schon lange nicht. Marek Weiß müsse nun nach jedem Strohhalm greifen, um sein Geschäft am Laufen zu halten.

Dazu gehört die Nutzung eines anderen Anbieters, wodurch enorm viel Geld verloren gehe. Ganz abgesehen von den Gästen im Haus, die Telekom- oder Congstar-Kunden sind. „Klar weiß man, dass wir dafür hier im Haus keine Schuld tragen. Aber sie sind ja nun mal Gäste bei uns und von der weiten Welt abgeschnitten. Das nervt“, heißt es.

Noch zweimal schlafen, dann geht hoffentlich alles wieder. So beruhigt man Kinder, aber keine Geschäftsleute. Wie gestern zu erfahren war, will die Telekom die Belastung für die Kunden verringern. „Entweder es läuft oder es läuft nicht. Was anderes kann es nicht geben, erwidert Marek Weiß.

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