Neuer Arendseer Feuerwehrchef Robert Katke bemängelt Einsatzfähigkeit: „Mitgliederzahlen reichen nicht aus“

Marek Weis als Ortswehrleiter abgelöst

Ralf Näbsch (M.), Seehausens stellvertretender Wehrleiter, erläutert Thorsten Lüge und Robert Katke das Modell des Arendseer Gerätehauses. Fotos(3): swz

swz Arendsee. Da Marek Weis sein Amt als Ortswehrleiter im vergangenen Jahr niedergelegt hatte, musste auf der Jahreshauptversammlung ein neuer Ortswehrleiter gewählt werden. Als Kandidaten standen Robert Katke und Thorsten Lüge zur Wahl.

Mit 17 zu 13 Stimmen wurde Robert Katke von den Mitgliedern der Wehr in das Ehrenamt gewählt. Thorsten Lüge nahm die Funktion des stellvertretenden Ortswehrleiter an.

„Ab heute habt ihr endlich euer neues Gerätehaus“ – mit diesen Worten überraschte Seehausens stellvertretender Wehrleiter Ralf Näbsch alle Anwesenden auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Arendsee. Doch leider war es nur ein Modell, das er während seiner Grußworte hervorzauberte und an Wehrleiter Robert Katke übergab.

„Erst wollten wir euch eine Kelle und Steine schenken, doch die Idee vom Modell hat uns begeistert“, betonte er. Angefertigt wurde es von Mario Wipper in mehrtägiger Arbeit, und wie Robert Katke und Thorsten Lüge erstaunt nach der Übergabe feststellten, waren sogar die Löschfahrzeuge originalgetreu darauf zu bewundern. Selbst Mülltonnen und eine Sitzecke wurden nicht vergessen. „Zwar ist hier noch der alte angedachte Standort, der alte Aldi, zu sehen, doch wir werden es in das Foyer des Rathauses stellen, damit nicht nur der Bürgermeister, sondern alle Stadträte und Besucher des Hauses daran erinnert werden, dass wir unbedingt ein neues Gerätehaus benötigen“, freute sich auch Stadtwehrleiter Hans- Joachim Hinze.

Bürgermeister Norman Klebe betone in seiner Gastrede, das von Seiten der Stadt die Fördermittelanträge für den Gerätehausneubau alle an die entsprechenden Stellen eingereicht wurden. Zusätzlich soll eine in Auftrag gegebene Gefahrenanalyse nachweisen, dass Arendsee einen Schwerpunkt bildet und das Gerätehaus daher notwendig ist. „Ich hoffe, das Kapitel dann endlich erfolgreich abschließen zu können“, schloss der Bürgermeister seine Rede.

Doch nur über ein neues Gerätehaus wurde auf der Jahreshauptversammlung berichtet, wie Wehrleiter Robert Katke in seinen Rechenschaftsberichten darlegte, waren die Kameradinnen und Kameraden der Wehr insgesamt 1879 Stunden im ehrenamtlichen Einsatz.

Davon waren 955 Stunden laufende Ausbildung am Standort, 128 Stunden entfielen auf den Leitungsdienst und 278 Stunden auf Arbeiten an der Technik und im Gerätehaus sowie 150 Stunden bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die Wettkampfgruppe leistete 180 Stunden ehrenamtliche Arbeit.

Weitere 180 Stunden erbrachten die Feuerwehrleute bei den 20 Einsätzen im Jahr 2011. Diese Einsätze reichten vom Flächenbrand, brennenden Komposthaufen bis hin zu Rettungsaktionen mit dem Boot auf dem Arendsee. Doch auch zu mehreren Verkehrsunfällen und der Beseitigung von Ölspuren wurden die Arendseer Feuerwehrleute gerufen. Dabei war der einsatzreichste Monat der April mit fünf Einsätzen.

Kritisch merkte der Ortswehrleiter jedoch auch an: „Gerade am Tage, wo Personenstärken von nur fünf bis sechs Kameraden in der Zeit von 6 bis 18 Uhr sind, reichen unsere Mitgliederzahlen nicht aus.“ Zur Zeit besteht die Einsatzabteilung aus 37 Kameraden, elf Mitglieder der Jugendwehr, neun Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung sowie fünf Kameradinnen, die die Wehr in der passiven Arbeit unterstützen.

Einen breiten Raum nahm im Jahr 2011 die Aus- und Fortbildung ein. Es wurden Lehrgänge auf Kreisebene sowie in der Brandschutz- und Katastrophenschutz-Schule Heyrothsberge besucht. Beim Bereichsausscheid in Kläden erreichte die Arendseer Wettkampfgruppe einen fünften Platz.

Auch Jugendwart Sven Rasche konnte auf einige Erfolge seiner Jugendabteilung im zurückliegenden Jahr zurückblicken. So freute es ihn besonders, dass die Jugendabteilung beim Wehrbereichsausscheid in Kläden einen guten vierten Platz belegte.

Neben 370 Ausbildungsstunden standen für die elf Jugendlichen auch zahlreiche Freizeitaktivitäten wie ein Kinobesuch oder das Zeltlager in Wischer auf dem Programm. Zusätzlich unterstützten sie den Förderverein bei mehreren Veranstaltungen wie zum Beispiel den Traditionsfeuern.

Zum Abschluss des offiziellen Teils der Jahreshauptversammlung wurden zahlreiche Kameradinnen und Kameraden geehrt und befördert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare