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Mandy Aedtner aus Arendsee geht als Jondy auf eine mehrjährige Wanderschaft

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Von: Detlef Güssefeld

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Nach der Verabschiedung im Arendseer Rathaus gab es das Foto am Gänsebrunnen. Mandy, nun Jondy, ist die Dritte von links.
Nach der Verabschiedung im Arendseer Rathaus gab es das Foto am Gänsebrunnen. Mandy, nun Jondy, ist die Dritte von links. So wie sie haben andere Gesellen das Abenteuer einer Wanderschaft auf sich genommen. © Freier Mitarbeiter

Die Wanderschaft wollen immer noch zahlreiche Gesellinnen und Gesellen erleben – geschätzt sind aktuell 400 bis 600 in Deutschland unterwegs. Und seit Montag gibt es eine mehr: Mandy Aedtner aus Arendsee sagte ihrer Heimat, ihren Angehörigen und Freunden auf Wiedersehen.

Arendsee – Für mindestens drei Jahre und einen Tag wird sie nicht nach Hause kommen. Sie darf sich nur bis auf 50 Kilometer der Stadt Arendsee nähern. Das alles weiß sie, und dennoch ging sie los: Als gelernte Damenschneiderin besitzt sie die Voraussetzung für eine Wanderschaft.

Die 25-Jährige hatte sich schon länger mit dem Thema befasst. Und es gab schon einmal zwei Jahre fern der Heimat: Als Au-pair war sie in Südfrankreich, und im Gespräch mit der AZ ließ sie auch keinen Zweifel daran, dass sie während ihrer Wanderschaft auch nach Frankreich kommen will. „Ich spreche die Sprache und liebe dieses Land“, sagte sie.

Doch bevor es so weit ist, wird sie sich – der Tradition entsprechend – im ersten Jahr im deutschsprachigen Raum aufhalten. Ganz allein ist sie die erste Zeit nicht: Mit Josephina hat sie eine Mentorin an ihrer Seite, die ihr das Leben auf Wanderschaft erst einmal näherbringen wird.

„Das Wichtigste auf Wanderschaft ist die Weiterbildung – in sozialer, kultureller, geografischer und religiöser Hinsicht“, sagt Josephina. Natürlich sei das Übernachten in freier Natur auch spannend, aber in Arbeit zu sein und gleichzeitig Essen und einen Schlafplatz zu haben, dürfte Ansporn genug sein, aktiv danach zu suchen.

Mandy, die sich ab sofort nur noch Jondy nennen wird, ist als „fremde Damenschneiderin Aspirantin im freien Begegnungsschacht“, so die Bezeichnung. Sie trägt ihre Kluft in der Farbe Rot. Es gibt die Arbeitskluft, etwas einfacher und nicht aus Cord, und dann die, mit der sie wandert.

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