Der Fluch des guten Wetters / Böse Anrufe im Rathaus

Maifeuer in Arendsee oder nicht: Entscheidung am Montag

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Die großen Holzhaufen, wie abgebildet in Vissum, bleiben wohl noch ein bisschen länger liegen. Vorausgesetzt, es gibt in den nächsten Tagen nicht doch noch den großen Wetterumschwung. Am Montag soll in der Stadtverwaltung die Entscheidung bezüglich der Maifeuer fallen.

Arendsee – Nach dem Ausfall aller Osterfeuer in der Einheitsgemeinde Arendsee (mit Ausnahme von Rademin nach der dortigen Brandstiftung) aufgrund der anhaltenden Trockenheit stellt sich für die Organisatoren ein praktisches Problem: Was passiert nun mit den Holzhaufen? Die naheliegende Lösung lautet: abwarten.

Denn mit dem 1. Mai bzw. dem Abend zuvor gibt es die nächsten Gelegenheiten für ein Brauchtumsfeuer bereits in der nächsten Woche.

Doch darin liegt zugleich der Haken an der Sache: Außer etwas Kühle und ein paar Schauern hier und da lässt die Wettervorhersage keinen Umschwung erwarten. Entsprechend will die Stadtverwaltung die Feuer auch nur zulassen, falls es bis dahin Regen gibt und die Waldbrandgefahrenstufe auf 2 oder 3 zurückgeht.

Die Entscheidung dafür soll am kommenden Montag gefällt werden, verkündete Hauptamtsleiter Andreas Koch zu Beginn der Woche. Falls die Feuer tatsächlich stattfinden können, soll jedoch die Anmeldeprozedur vereinfacht werden.

Zurzeit hat die Stadt aber keinen Ermessensspielraum. Laut Bürgermeister Norman Klebe dürfen per Satzung ab Waldbrandgefahrenstufe 4 (der derzeitigen) keine Genehmigungen erteilt werden.

Das sah vor einer Woche noch anders aus. Bei Gefahrenstufe 3 konnte die Gemeinde noch entscheiden; von der Möglichkeit, die Feuer zu genehmigen, ist aber bekanntlich kein Gebrauch gemacht worden. Kurz vor Ostern habe die Verwaltung bei Forstbehörde und Wetterdienst angerufen und eine Stunde lang abgewogen, bevor das Feuerverbot verkündet wurde. „Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht“, berichtete nun Andreas Koch. Eine Entscheidung, für die er später „bitterböse Anrufe“ erhielt.

„Das war schon harter Tobak“, rekapitulierte Koch kürzlich im Ordnungsausschuss der Stadt. „Die meisten hatten aber Verständnis. Die, die sich auf die Hinterbeine gestellt haben, hatten nur Kommerzielles im Sinn und haben nicht die Gefahren gesehen“, berichtete der Hauptamtschef weiter. Arendsee habe aber die größten Waldgebiete in der mittleren Altmark.

Bürgermeister Klebe erinnerte seinerseits auf Nachfrage der AZ an die Feuer in der Einheitsgemeinde Seehausen im vergangenen Jahr. So etwas wollte er für seine Kommune nicht riskieren.

Sollten auch geplante Maifeuer ausfallen, bieten sich die nächsten Gelegenheiten vermutlich erst wieder im Herbst. Ein Oktoberfeuer, etwa zum Einheitstag, sei dann eine realistische Option, hieß es aus dem Hauptamt.

VON JENS HEYMANN

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