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Luftkurort-GmbH und Stadt Arendsee feilen Ecken bei den Finanzen ab

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Von: Jens Heymann

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Blick auf die Lindenstraße und das Strandbad Arendsee
Die Betreiberin des Arendseer Strandbads, die Luftkurort-Arendsee-GmbH, soll ab diesem Jahr eine feste Pacht an den Fremdenverkehrsbetrieb der Stadt zahlen. Zuvor war dies gewinnabhängig vereinbart gewesen. © Jens Heymann

Im Winter ruht der große Tourismus in Arendsee noch; die Planzahlen für dieses Jahr zeigen aber an, wohin die Reise gehen muss.

Arendsee – In der stadteigenen Luftkurort-Arendsee-GmbH wird im Wirtschaftsplan mit erheblich höheren Einnahmen quer durch alle Sparten gerechnet. Das ist bei der Corona-Belastung der jüngeren Vergangenheit sicher nicht überraschend; ob aber Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Folgen höherer Inflation 2023 dazwischenfunken werden, bleibt eine spannende Frage. Immerhin: Auch die Kosten sind im Wirtschaftsplan erheblich höher angesetzt worden als noch zuvor. Allein bei Gas, Diesel und Energie gibt es satte Aufschläge in den Zahlen.

Und dann ist da noch die Pacht in Höhe von 80 000 Euro, die die GmbH ab diesem Jahr an die Stadt bzw. dessen Eigenbetrieb für das Nutzen von Campingplatz und Strandbad zahlen soll. „Für Flächen, die nicht anders sind als vorher“, zeigte sich GmbH-Chefin Claudia Schulz seinerzeit im Wirtschaftsausschuss im November 2022 gebremst begeistert von der zusätzlichen Belastung. Die vorherige Regelung sah eine gewinnabhängige Pacht vor, wurde auf Nachdruck der Kommunalaufsicht des Altmarkkreises jedoch geändert. Aber: Durch die Fördermittelzusage des Landes soll dieses Jahr erheblich in die Verfügbarkeit von WLAN auf dem Campingplatz und im Strand investiert werden. Eine Aufwertung der Örtlichkeiten.

Die Touristinfo in der Stadt ist ein anderes Feld, wo seitens der GmbH mehr finanzielle Unterstützung durch die Kommune benötigt wird. Schulz formulierte es im November so: Die Info könne eigentlich nur so geöffnet werden, wie Gelder vorhanden sind, ansonsten sei es ein Zuschussgeschäft durch die GmbH. Oder wie es Stadtrat Jens Reichardt (Arendsee-Land / Freie Liste), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, mehrfach betonte, eine versteckte Pachtzahlung an die Stadt. Weil der jährliche Zuschuss an die GmbH nicht reicht, gebe es laut Reichardt einen fraktionsübergreifenden Konsens für eine höhere Zahlung an die GmbH, allerdings noch keinen Stadtratsbeschluss. Im Wirtschaftsplan ist vorsorglich bereits eine höhere Summe eingetragen worden.

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